Mittwoch, 10. Oktober 2012

Akkordverbindungen


II - V - I -Verbindungen in Dur

Über die Tonleitern sind wir zu den einzelnen Akkordstufen (Stufenakkorden) gekommen. Drei dieser Akkorde bilden eine im Jazz häufig anzutreffende Akkordverbindung, die sog. II-V-I-Verbindung. Diese Verbindung gibt es sowohl in Dur als auch in Moll. Ich beginne mal mit Dur:

Der Akkord auf der II. Stufe der Durtonleiter ist ein Mollsept-Akkord, auf der V. Stufe ein Dominantsept-Akkord und auf der I. Stufe ein Major-Akkord, also das tonale Zentrum des Stückes oder zumindest einer Phrase.

Schau dir zuerst einmal nur die Funktionstöne des Akkords an, also den Grundton, die Terz und die Septime. Mit der rechten Hand kannst du das Voicing in zwei Varianten spielen, nämlich einmal mit der Terz als unterem Ton (Variante 1) und einmal mit der Septime als unterem Ton (Variante 2). Welche Variante du wählst, hängt davon ab, welche Klangcharakteristik du für das jeweilige Musikstück bevorzugst (hellerer oder dunklerer Klang) und in welcher Tonart das Stück steht (Lage auf der Tastatur).
Nachdem du dich beim Moll-Septakkord für eine Variante entschieden hast, ergeben sich die nächsten beiden Akkorde automatisch, wenn du der Regel folgst, so wenig Finger wie möglich zu bewegen (Jazzmusiker sind i.d.R. eher bequeme Typen).

Im folgenden Beispiel beginne mit Variante 1 des Moll-Septakkords. Um eine gut klingende Lage auf dem Klavier zu bekommen, spiele die II-V-I-Verbindung nach G-Dur.
  

In der rechten Hand bewegt sich die Septe des Mollakkords um einen halben Ton nach unten und wird zur Terz des folgenden Dominantsept-Akkords. Die Terz des Mollakkords bleibt auf ihrer Position und wird zur Septe des Dominantsept-Akkords.
Beim nächsten Akkordwechsel bleibt die Terz des Dominantsept-Akkord auf ihrer Position und wird zur Septe des Major-Akkords. Die Septe des Dominantsept-Akkords geht um einen halben Ton nach unten und wird zur Terz des Major-Akkords.

Bei der Variante 2 ist es genau umgekehrt. Die Terz wird zur Septe und dann wieder zur Terz. Die Septe des Mollakkords wird zur Terz des Dominantsept-Akkords und dann wieder zur Septe des Major-Akkords.


Um vierstimmige Voicings zu erhalten, kommen in beiden Fällen die Quinte und die None hinzu. Bei den Akkordwechseln bewegt sich die Quinte immer analog der Terz und die None analog der Septime.



Diese Akkorde kannst du nun auf das Playalong von "Fly me to the moon" anwenden, entweder als vierstimmiges Voicing mit Basston oder als Two-Hand-Voicing abwechselnd mit Terz und Septime zusätzlich zum Basston in der linken Hand oder als vierstimmiges Left-Hand-Voicing. 
Lerne die Akkordverbindungen in jeder Tonart und in beiden Varianten auswendig, dann bist du für die meisten Jazz-Standards bestens gerüstet.

Viel Spaß beim Üben !

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