Freitag, 5. Oktober 2012

Voicings


Quinte und None

So, ich vermute, du kannst jetzt das Stück schon mit den rein funktionalen, dreistimmigen Akkorden (oder auch zweistimmigen Voicings plus Grundton) sicher begleiten. Um den Klang nun etwas interessanter zu gestalten, schauen wir uns mal an, welche Töne du noch dazu nehmen kannst.

Ich wähle für die folgenden Erklärungen der Einfachheit halber einmal die Tonart ohne Vorzeichen, also C-Dur, das passt auch gut zu dem Titel „Fly me to the moon“. Aber das Prinzip gilt natürlich für alle Tonarten. Die musst du dir dann nacheinander Schritt für Schritt selbst erarbeiten und einüben.

Im folgenden Bild siehst du die C-Dur-Tonleiter über 2 Oktaven. Die Zahlen bezeichnen die Töne der Tonleiter in aufsteigender Reihenfolge.

Lässt man nun jeden zweiten Ton der Tonleiter weg ergeben sich die Akkordtöne.







Da alle diese Töne „leitereigene Töne“sind (d.h. sie gehören zur C-Dur Tonleiter), können sie prinzipiell für einen C-Dur Akkord verwendet werden. Um aber nicht mehrere Schritte auf einmal zu machen, beginne zuerst einmal damit, die zwei nächsten Töne zu den bisherigen dazu zu nehmen. Das sind die Quinte und die None, also in C-Dur das G und das D.
Deine möglichen Töne für einen Akkord oder ein Voicing sehen also folgendermaßen aus:


Diese kannst du nun auf verschiedene Arten spielen. Ich verwende als Schreibweise die den Stufen der Tonleiter entsprechenden Ziffern. Egal welches Voicing du spielst, es passt immer zu einen Cmaj7/9-Akkord.


              linke Hand      rechte Hand
                    1                3, 5, 7, 9
                    1                7, 9, 3, 5






                  1, 7                3, 5, 9
                  1, 3                7, 9, 5






                   3, 7               9, 5
                   7, 3               5, 9


Die Voicings aus der ersten Zeile kannst du auch als sog. Left-Hand Voicings zum Spielen in einer Combo verwenden, d.h. du spielst den vierstimmigen Akkord ohne den Basston mit der linken Hand und hast die rechte Hand für Melodie oder Improvisation frei. Du musst aber nicht immer alle vier Töne spielen. Es kommt darauf an, wie du den Klang haben möchtest. Im Zusammenspiel mit einer Gitarre kann ein vierstimmiges Voicing leicht zu dicht klingen. Oft reichen da auch drei oder auch nur zwei Töne schon aus.
  • Üblicherweise ist bei den One-Hand Voicings entweder die Terz oder die Septime der tiefste Ton, je nach Lage auf der Tastatur. Quinte oder None als tiefster Ton sind eher unüblich. 
  • Die beiden Voicings in der Mitte werden auch als sog. "drop-two-Voicings" bezeichnet. Hier wird der zweithöchste Ton des vierstimmigen One-Hand Voicings nach unten in die linke Hand "gedropt".
Die Dominant–Sept Voicings ergeben sich einfach dadurch, dass du die Septime um einen halben Ton erniedrigst. Und bei den Moll-Sept Voicings musst du sowohl die Septime als auch die Terz einen halben Ton tiefer spielen. Probier‘ es einfach mal aus.

Viel Spaß beim Üben !

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