Samstag, 24. November 2012

Reharmonisierung


Hallo, ich freue mich, dass du wieder mal in mein Blog reinschaust.

Vielleicht hast du ja die Übung vom letzten Mal schon ausprobiert. Heute werden die Voicing des Standards „Alice in Wonderland“ um einen Ton erweitert. Das bedeutet, dass du nun dreistimmige Voicings spielst. Das ist natürlich noch keine echte Reharmonisierung bezogen auf die im ersten Leadsheet notierten Akkorde, aber ich will Schritt für Schritt vorgehen. Jedes Voicing hat seinen eigenen Klangcharakter und um abwechslungsreich spielen zu können, solltest du alle Möglichkeiten kennen. Wenn du z.B. in einer Combo zusammen mit einem Gitarristen spielst, wirst du offenere und „sparsamere“ Voicings wählen, als wenn die Harmonien nur vom Klavier alleine gespielt werden.

Einen weiteren Aspekt solltest du beim Begleiten eines Stückes ebenfalls beachten:
Entscheide dich vor Beginn eines Stückes, welche Voicings du spielen möchtest. Wenn du dich für dreistimmige Voicings entscheidest, dann behalte diese bei und wechsle nicht auf einen anderen Voicingtyp. Es gibt hierfür zwar keine feste Regel, aber es ist unüblich, während eines Durchgangs das Voicing zu wechseln. Ein Wechsel sollte immer dann erfolgen, wenn sich auch der musikalische Kontext ändert, z.B. 
  • bei der Wiederholung des Stückes 
  • beim Wechsel vom Vers zum Refrain (vom A-Teil zum B-Teil)
  • beim Wechsel vom Thema zum Solo
Grundsätzlich solltest du darauf achten, dein „Pulver“ nicht schon im ersten Durchgang zu verschießen. Fange mit einfachen Voicings an und steigere die Komplexität deines Spiels mit jedem Durchgang.

So, nun aber zu der heutigen Übung. Die Noten sind als „Left-hand-Voicings“ notiert, der Bass ist nicht dabei, da dieser sich zu dem vorangegangenen Leadsheet nicht verändert hat. 

Nach wie vor sind die Grundlage der Voicings die Terz und die Septime. Welcher Ton hinzugekommen ist, richtet sich nach der Lage der Voicings auf der Tastatur. Ich habe vorzugsweise den Ton als 3. Ton gewählt, der mit der geringsten Fingerbewegung zu erreichen ist. Welche Tonstufe des Akkords das ist, siehst du an der Akkordbezeichnung. Ist die gleiche Bezeichnung wie im letzten Leadsheet notiert, dann ist die Quinte dazugekommen. Ansonsten sind die Akkorde mit 9, b9, 13 oder b13 bezeichnet. Mache dir bei jedem Voicing klar, mit welchem Finger du welche Tonstufe spielst.

Das Playalong kannst du dir wieder hier direkt anhören oder unter der Rubrik „Playalongs“ auch herunterladen. Das Leadsheet mit den Left-hand-Voicings steht unter „Downloads“ als pdf-Datei.




Viel Spaß beim Üben !


Als Beispiel für eine gelungene Reharmonisierung höre dir einmal die beiden untenstehenden Stücke auf Youtube an. Die Reharmonisierung bzw. die Voicings ergeben sich beim zweiten Stück wie selbstverständlich aus dem veränderten Arrangement. 
Meistens ist es nicht sinnvoll nur die Akkorde oder Voicings zu verändern und ansonsten das Musikstück in Rhythmus, Instrumentierung und Ablauf gleich zu lassen. Das nachfolgende Stück ist ein schönes Beispiel dafür, wie aus einem bekannten Titel aus dem Bereich Popmusik ein vollkommen eigenes, neues Jazz-Stück entsteht.



Samstag, 17. November 2012

Reharmonisierung


Hallo, ich hoffe es geht dir gut und du hast fleißig geübt.
Beim letzten Mal habe ich die beiden noch fehlenden Akkordtypen besprochen. Die funktionalen Akkorde sind damit abgeschlossen und im Prinzip kannst du damit nun jeden Jazz-Standard begleiten.

Wenn du dir ein typisches Jazz-Leadsheet anschaust, sind in den meisten Fällen die Akkordsymbole in einfachster Form notiert, also in der Regel die reinen Funktionsakkorde. Hier siehst du das Leadsheet des Titels „Alice in Wonderland“, einem Jazz-Watlz, so wie es in ähnlicher Form im Realbook steht:

Es ist natürlich klar, dass die Jazzpianisten im Laufe der Zeit diese Akkorde mühelos beherrscht und dann nach Möglichkeiten gesucht haben, die Klänge interessanter zu gestalten.
Hierzu hast du ja auch schon einige Möglichkeiten kennengelernt wie z.B.:
  • Aufteilung der Akkorde auf zwei Hände
  • Drop Two-Voicings
  • Optionstöne und ihren verschiedenen Alterierungen bei den Dominantsept-Akkorden

Alle diese bisher verwendeten Akkorde oder Voicings bestehen mehr oder weniger aus tonleitereigenen Tönen (von den Alterierungen mal abgesehen). Nun gibt es noch weitere Möglichkeiten, bei denen Töne verwendet werden, die nichts mehr (oder zumindest nicht sofort ersichtlich) mit dem ursprünglichen, tonalen Klangraum zu tun haben, aber trotzdem in den musikalischen Kontext passen. Sie übernehmen die Funktion der ursprünglichen Akkorde, klingen aber z.T. viel interessanter und spannungsreicher.

Wenn solche Stilmittel angewendet werden, spricht man von Reharmonisierung. Wie weit man bei einem Stück mit Reharmonisierungen geht, hängt sowohl vom Geschmack des Musikers als auch vom Wissen um die harmonischen Möglichkeiten und vom spielerischen Können auf dem Instrument ab. Es gibt Stücke, bei denen das ursprüngliche Harmoniegerüst nahezu vollständig verlassen wird und trotzdem - oder gerade deshalb - klingt es ausgezeichnet.

Erlaubt ist, was gefällt. Du musst für dich selbst entscheiden, wie weit eine Reharmonisierung deinen Vorstellungen des Stückes entspricht. Ein Stück wird nicht automatisch besser, wenn es kompliziert reharmonisiert ist. Aber nach meiner Erfahrung verhält es sich so, dass der innere Drang, alles zu verkomplizieren, zunimmt, je länger man sich mit dem Thema „Jazz“ beschäftigt. Ich vermute darin einen natürlichen, evolutionären Prozess als Gegenpol zu der heutzutage produzierten, elektronischen Musik, bei der genau das Gegenteil passiert (bevor ich mich jetzt wieder über das elendige "Gewummere" aufrege, beende ich dieses Thema).

Ich möchte den Song „Alice in Wonderland“ nutzen, um dir einmal exemplarisch zu zeigen, wie du von den einfachen Funktionsakkorden schrittweise hin zu einer teilweise reharmonisierten Version des Stücks kommst. Hierbei kann ich natürlich nicht weiter gehen, als es mein beschränktes Wissen und Können zulassen. Wenn du tiefer einsteigen möchtest, musst du dir einen guten Jazzer als Lehrer suchen.

Ich beginne heute mit der einfachsten Form, nämlich der Melodie, wieder von mir auf dem Tenorsaxofon gespielt, einer Bass- und Schlagzeugbegleitung sowie den Funktionstönen Terz und Septime auf dem Klavier. In den folgenden Blogeinträgen werde ich Schritt für Schritt komplexere Harmonien verwenden. Jede Version werde ich sowohl mit als auch ohne Klavierstimme unter der Rubrik „Playalongs“ einstellen. Die Pianostimme ist unter „Downloads“ auch nochmal als .pdf-Datei zu finden, wobei ich nur die Akkordtöne, nicht die gespielten Rhythmisierungen notiere. Die Version mit Piano kannst du dir hier auch direkt anhören. Hierbei spiele ich nur die rechte Hand. Die Basstöne in der linken Hand sind nur für den Fall einer Pianobegleitung ohne Rhythmusgruppe notiert. Die Voicings der rechten Hand können auch als Left-hand-Voicings verwendet werden damit man die rechte Hand für die Melodie oder zum Improvisieren frei hat.





Viel Spaß beim Üben !




Samstag, 10. November 2012

Akkorde


Bisher habe ich in meinem Blog folgende Akkordtypen behandelt:
  • Major-Akkorde
  • Mollsept-Akkorde
  • Dominantsept-Akkorde
  • Halbverminderte Akkorde
  • sus4-Akkorde

Zur Vervollständigung werde ich die Liste heute noch um die beiden Akkordtypen:
  • Verminderte Akkorde
  • Übermäßige Akkorde

ergänzen. Damit sind dann alle akkordischen Funktionen beschrieben und du bist in der Lage, jeden beliebigen Jazz-Standard zu begleiten. Natürlich gibt es noch eine Reihe von Möglichkeiten, diese Akkorde mit entsprechenden Voicings klanglich zu variieren, aber die Akkordfunktionen ändern sich dadurch nicht.

Nun aber zuerst mal zu den beiden neuen Akkordtypen:

Verminderte Akkorde:

Verminderte Akkorde haben eindeutig dominantischen Charakter, d.h. sie streben nach einer harmonischen Auflösung hin zur Tonika. Der Akkord leitet sich aus dem Dominantsept-Akkord ab, indem alle Töne außer dem Grundton um einen halben Ton vermindert werden. Ein verminderter Vierklang besteht somit aus drei übereinander liegenden kleinen Terzen, beinhaltet also die Tonstufen -3, b5, bb7 (=6). Schichtet man eine weitere kleine Terz darüber, erhält man wieder den Grundton. Für die Bezeichnung des Akkordes gibt es verschiedene Schreibweisen:

Cverm      oder      
Cdim      oder     
Co
  

Die Besonderheit dieses Akkords besteht darin, dass sich seine dominantische Wirkung nicht wie üblicherweise von der V-Stufe ableitet, sondern ähnlich wie beim sus4-Akkord auf der I-Stufe entsteht. Verminderte Akkorde werden häufig auch als Durchgangsakkorde bezeichnet. Im unten stehenden Beispiel in C-Dur kannst du erkennen, dass der auf dem Grundton aufgebaute, verminderte Akkord zwei Leittöne hat. Das Eb strebt hin zum E (Durterz) und das Gb strebt zum G (Quinte). 


Wie du siehst ist die 5. Stufe von C, also die Dominante (G), gar nicht in der Tonleiter enthalten.

Eine weitere Besonderheit dieses  Akkords ist durch seine gleichmäßige Struktur bedingt. Verschiebst du den Akkord um eine kleine Terz nach oben, erhältst du Ebo. Da die Terzschichtung regelmäßig ist, rückt der höchste Ton des Akkords ebenfalls um eine kleine Terz nach oben und du erhältst den Ton C. Somit enthält Ebo die gleichen Töne wie Co. Das Gleiche gilt demzufolge auch für Gbo und Ao.

Somit hast du schon vier von den 12 möglichen Tonarten mit praktisch dem gleichen Akkord „erschlagen“. Demzufolge gibt es dann nur noch zwei weitere Akkorde, um alle zwölf Tonarten abzudecken.

            Co       =         Ebo         =           Gbo         =          Ao

            C#o    =         Eo            =           Go            =          Bbo

            Do       =         Fo            =           Abo         =           Bo

Probier‘ es einfach mal aus. Spiele mit der rechten Hand den vierstimmigen Akkord und mit der linken Hand jeweils den entsprechenden Grundton.

  

Übermäßige Akkorde:

Der übermäßige Akkord ist ebenfalls ein dominantischer Akkord, nun wieder wie üblich auf der V-Stufe. Der Akkord leitet sich aus der mixolydischen Tonleiter ab, er enthält also die Terz und die kleine Septime. Zusätzlich wird nun noch die Quinte um einen halben Ton erhöht, was dazu führt, dass dieser Akkord praktisch 3 Leittöne hat. 




Die Terz liegt einen Halbton unter dem Grundton der Tonika. Die Septime liegt einen Halbton über der Terz und die übermäßige Quinte einen Halbton unter der Terz der Tonika. Somit erzeugt dieser Akkord eine vergleichbar hohe Spannung mit starkem Drang zur Auflösung wie ein alterierter Dominantsept-Akkord. Für diesen Akkord gibt es auch wieder mehrere gängige Bezeichnungen:

                            F7#5        oder      F+         oder     Faug 
                                                                                           (aug = engl. augmented = erweitert)




Vom Ton entspricht die übermäßige Quinte (#5) der verminderten Tredezime (b13).

So, nun hast du alle funktionalen Akkordtypen zusammen. Lerne alle Akkorde und Voicings in allen Tonarten, dann bist du für die Begleitung von Jazz-Standards bestens gerüstet. 
  

Viel Spaß beim Üben !



Dienstag, 6. November 2012

Voicings

"sus"-Akkorde

Hallo - ich hoffe, du bist immer noch gut dabei und hast die letzten Übungen alle schon drauf. Heute möchte ich die "sus"-Akkorde behandeln. "sus" (engl. abgekürzt für „suspended“) bedeutet also suspendieren oder weglassen. Damit ist gemeint, dass ein bestimmter Ton eines Akkords weggelassen und durch einen anderen ersetzt wird. Weggelassen wir immer die Terz (3), ersetzt werden kann sie durch die Quarte (sus4) oder durch die Sekunde (sus2). In beiden Fällen wird der Akkord durch die fehlende Terz „geschlechtslos“, d.h. man kann ihn weder den Dur- noch den Mollakkorden zuordnen. Besonders der sus4-Akkord erzeugt klanglich eine hohe Spannung und strebt infolge des Halbtonschrittes zwischen Quarte (Leitton) und Terz zur Auflösung.

Aufgrund dieser Spannung hat der sus4-Akkord eindeutig einen dominantischen Charakter, d.h. er kann als Dominantsept-Akkord auf der V-Stufe verwendet werden. Hierfür mal ein Beispiel:



Normalerweise würde bei Dominantsept-Akkorden die Quarte als Optionston mit (11) bezeichnet. Das schreibt man in diesem Fall jedoch nicht, um eindeutig klar zu machen, dass auf die Terz verzichtet und diese durch die Quarte (sus4) ersetzt wird. Die dominantische Wirkung erhält das Voicing durch die kleine Septime (b7). Die None (9) wird, wie bei Dominantsept-Akkorden üblich, hinzugefügt. Somit ergibt sich als dreistimmiges „sus4-Voicing“ der Durakkord auf der 7. Stufe der mixolydischen Tonleiter, also bei G7 ein „F-Dur Akkord“.



Eine weitere Anwendung des sus4-Akkords kommt aus der klassischen Harmonielehre. Hierbei wird die Quarte als Vorhalt (lat. suspendere = vorhalten) für die Tonika verwendet, um beim Schlussakkord eine zusätzliche Spannung zu erzeugen und somit den Spannungsbogen des Dominantsept-Akkords zu verlängern. Hierbei wird lediglich die Terz durch die Quarte ersetzt, die Akkordtöne Quinte und Grundton bleiben unverändert.

Als Unterscheidung zwischen den beiden Akkordfunktionen wird im ersten Fall häufig die Dominantfunktion zusätzlich durch Hinzufügen der „7“ bei der Akkordbezeichnung deutlich gemacht:
Oder die Bezeichnung erfolgt als „Slash-Chord“, d.h. als Angabe eines Akkordes mit einem anderen Grundton (F-Dur mit G im Bass)
Bei dieser Schreibweise wird klar, wie du dir die sus-Voicings sehr einfach merken kannst: 
Spiele einfach den Dur-Akkord der einen Ganzton unter dem Grundton des Dominantsept-Akkords liegt.

Eine weiterer Optionston für den Dominantsept-Akkord ist die übermäßige Undezime, also die „#11“. Ich möchte dieses Voicing an dieser Stelle gleich mit behandeln, da du dir diesen Akkord ähnlich leicht merken kannst wie den sus4-Akkord und es sich bei beiden um dominantische Voicings handelt.


In C-Dur lautet der Dominantsept-Akkord auf der V-Stufe „G7“. Die übermäßige Undezime, also die #11= C#. Die None ist ein „A“ und die Tredezime ein „E“. Somit ergibt sich in der rechten Hand ein A-Dur-Akkord. Die linke Hand spielt den Grundton und die Septime als Leitton und daraus ergibt sich dann folgender Akkord:


Also nochmal zusammengefasst:
  • beim sus4-Voicing den Dur-Akkord einen Ganzton unter dem Grundton, 
  • beim 7#11-Voicing den Durakkord einen Ganzton über dem Grundton des Dominantsept-Akkords spielen.

Am besten du benutzt wieder die Karten und probierst alle Tonarten durch – auch mal mit den verschiedenen Umkehrungen des Dur-Akkordes in der rechten Hand. Achte einfach einmal darauf, welche Klangfarbe dir am besten gefällt.


Viel Spaß beim Üben !




Freitag, 2. November 2012

Übungs-Tipps


Meditatives Üben

Für diese Übung brauchst du eine gewisse innere Ruhe. Wenn dir nicht danach ist, lass die Übung lieber weg sonst macht sie dich nervös. Bei dieser Art zu üben machst du dir jeden  einzelnen Ton bewusst. Das geht am Anfang vielleicht noch etwas langsam, aber schon nach kurzer Zeit wirst du merken, dass du immer schneller den Akkord oder das Voicing  findest und du immer sicherer wirst. 
Auch das ist eine Übung die du machen kannst, wenn du nicht viel Zeit hast. In 10 Minuten bist du durch alle Tonarten durch – versprochen.

Gehe folgendermaßen vor:
  • lege die Tonart-Karten verdeckt auf einen Stapel
  • nimm deine Hände von der Tastatur
  • überlege dir einen Akkord- oder einen Voicingtyp
  • decke die oberste Karte auf, um die Tonart zu erhalten.
  • schließe deine Augen und stelle dir die einzelnen Töne, das Griffbild und den Klang vor.
  • öffne deine Augen und spiele den Akkord / das Voicing auf dem Klavier.

Mit diesem System übst du durch alle Tonart-Karten. Prinzipiell ist es ganz egal für welchen Akkordtyp oder für welches Voicing du dich entscheidest. Wenn du einen Akkord mit Grundton spielst, schlage alle Töne gleichzeitig an. Wenn du ein Voicing ohne Grundton wählst, schlage mit getretenem Pedal zuerst den Grundton an, dann lege das Voicing darüber.

Als kleine Starthilfe beginne doch einfach einmal mit einem vierstimmigen Two-hand-Voicing des Dominantsept-Akkords, in diesem Beispiel D7, der Dominante von G. Die linke Hand spielt die Terz (3) und die Septime (b7), die rechte Hand die None (9) und die Tredezime (13). 
Oder du beginnst mit der (b7) als tiefstem Ton, dann die (3) und mit der rechten Hand die (13) und die (9). Bevor du das Voicing anschlägst, spiele zuerst den Basston.


Diese Übung kannst du auch ohne Instrument immer dann machen, wenn du Langeweile hast, z.B. bei langen Bahn- oder Busfahrten oder in endlosen Besprechungen und Meetings.

Viel Spaß beim Üben !

Donnerstag, 1. November 2012

Playalong


Heute ist mal wieder ein praktisches Beispiel zum Mitspielen dran. Dafür habe ich das Stück „Black Orpheus“ ausgesucht, einen bekannten Jazz-Standard im Bossa-Rhythmus. In diesem Stück kannst du gut die II-V-I-Verbindung in Moll üben. Alle Akkorde und Voicings, die darin vorkommen, sind dir aus den vorangegangenen Übungen bekannt, also kannst du gleich loslegen. Du findest die Aufnahmen unter der Rubrik „Playalongs“.

Wie beim letzten Mal gibt es wieder verschiedene Varianten:
  • Das erste Playalong ist komplett mit Piano Left-hand Voicings, Bass, Drums und Melodie auf dem Saxofon zum Einhören.
  • Dann folgt eine Version ohne Piano, zum Mitspielen.
  • Die dritte Variante ist nur mit Bass und Drums. Da kannst du zu den Left-hand-Voicings die Melodie oder eine Improvisation spielen.
  • Zum Schluss eine Möglichkeit, wie du z.B. einen Solisten (in diesem Fall Saxofon) oder einen Sänger nur auf dem Klavier begleitest. Hierzu wird auf dem Piano ein Bossa-Rhythmus nach dem folgenden Schema gespielt:


Ich habe mich bei der Aufnahme sehr eng an den vorgegebenen Groove gehalten. Sicherlich kannst du im Rhythmus variieren, aber zuerst solltest du den Grundrhythmus sicher spielen können bevor du zu den Varianten übergehst. Als Begleiter musst du aufpassen, dass du nicht zu viel machst, um dem Solisten möglichst viele Freiheiten bei der Interpretation zu lassen.

Das Leadsheet mit den Chords findest du unter "Downloads". Die Akkorde sind ausnotiert, aber nicht im Rhythmus sondern nur als ganze oder halbe Noten. Den Groove musst du aus dem oben stehenden Beispiel übernehmen und einüben. 
Wegen der besseren Lesbarkeit habe ich die Akkorde im Leadsheet eine Oktave höher notiert. Also bitte eine Oktave tiefer spielen, sonst klingt es etwas „dünn“. Die 4-stimmigen Voicings der rechten Hand kannst du auch gut als Left-hand-Voicings benutzen.





Viel Spaß beim Üben !