Samstag, 29. Dezember 2012

Pentatonik

Hallo! Na, wie läuft’s mit der Improvisation? Ist doch gar nicht so schwer, wenn man seine Erwartungen nicht zu hoch ansetzt. 

Heute möchte ich einen kurzen Ausflug in die Popmusik machen und dir an einem Beispiel die Anwendung der Pentatonik demonstrieren. Du erinnerst dich, die pentatonische Skala besteht aus fünf leitereigenen Tönen. Ich habe für das Beispiel die Tonart G-Dur gewählt. Als Beispiel habe ich einfach nur Stufenakkorde genommen, die auf den einzelnen Stufen von G-Dur entstehen. Das habe ich in dem Kapitel Tonleitern und Stufenakkorde bereits erklärt.
Nochmal zur Erinnerung: Auf jedem Ton einer Tonleiter entsteht ein Akkord, indem man unter Verwendung der leitereigenen Töne Terzen übereinander schichtet. So entstehen bei der G-Dur Tonleiter folgende Akkorde:

Die pentatonische Skala besteht aus den rot gekennzeichneten Noten.




Diese Stufenakkorde habe ich nun einfach als 8-taktiges Schema in einer Reihenfolge hintereinander gesetzt wie ich es vom Klang her als angenehm empfunden habe. Es wäre auch eine beliebige andere Reihenfolge möglich gewesen. Um es nicht zu kompliziert zu machen, habe ich auf den halbverminderten Akkord verzichtet. Ansonsten sind alle Akkorde drin. Dsus4 im letzten Takt ist die "reharmonisierte Version" vom Dominantsept-Akkord D7.


Dann habe ich einen Rhythmus gewählt und Bass und Piano dazu gespielt. Zum Abschluss fiel die Entscheidung für das Solo ausnahmsweise einmal auf das Tenorsaxofon. Da es nur fünf Töne sind (Pentatonik) habe ich das gerade noch hingekriegt (beim ersten A-9-Akkord ist mir doch glatt ein C reingerutscht - Mist. Ein E hätte aber auch gepasst :-). So, und fertig war mein Song. Die ersten 8 Takte sind die reinen Harmonien als Intro, dann kommt das Solo oder die Melodie, je nachdem wie man es bezeichnen möchte.



Das ist jetzt zwar keine hitverdächtige Nummer, aber im ARD-Nachtprogramm geht die allemal durch.


Wenn du denkst, das kann doch nicht so einfach sein, dann schau dir mal das folgende Video aus YouTube an. Ich bin kein guter Schätzer, aber ich glaube 80% der Stücke im Bereich Popmusik werden genauso gemacht. Und Geld wird da auch nicht schlecht verdient.





Also hau rein, fang' an zu komponieren. Es ist einfacher als du denkst. Vor allem lohnt es sich wirklich, die pentatonische Skala in allen Tonarten zu üben.


Viel Spaß beim Komponieren !



Freitag, 28. Dezember 2012

Improvisation

Hallo! Ich freue mich, dass du wieder in meinem Blog vorbeischaust.

Wie hat es mit der Improvisationsübung vom letzten Mal geklappt? Ich hoffe, es war dir nicht zu langweilig, nur mit vier Tönen zu improvisieren. Aber es bringt wirklich was, auch wenn du das vielleicht nicht gleich merkst. Diese Methode zwingt dich zur Kreativität, statt nur Töne rauf und runter zu dudeln. Mache das immer mal wieder in verschiedenen Tonarten und versuche dann, die Spielweise auf ein erweitertes Tonspektrum zu übertragen. 
Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ein Ton oft etwas „schräg“ geklungen hat, nämlich der Ton F. Warum ist das so? Obwohl der Ton Bb in jeder Tonleiter enthalten ist, hatte ich darauf verzichtet, weil er die reine Quarte der Tonika ist, und damit ein sog. „avoid tone“. Nun ist der Ton F die reine Quarte zu C, und jedes Mal, wenn der Akkord C7 gespielt wird, ist das F natürlich ebenfalls ein zu vermeidender Ton. Sicherlich hast du das gemerkt. Ich habe den Ton trotzdem dazu genommen, weil er nun mal der Grundton des Blues in F ist und man ihn außer zu dem Akkord C7 auch gut einsetzen kann. 
Nun wird eine Improvisation, bei der nur drei bzw. vier Töne gespielt werden natürlich schnell langweilig. Heute werde ich dir zeigen, welche Töne du noch verwenden kannst. Grundsätzlich gibt es vier Methoden, eine Improvisation aufzubauen:
  1. du richtest dich nach der Melodie und umspielst sie mit zusätzlichen Tönen
  2. du verwendest nur die Töne, die auch der jeweilige Akkord beinhaltet
  3. du verwendest vorgegebene „Patterns“ oder „Licks“
  4. du verwendest die Töne einer Tonleiter (Skala), die zu dem jeweiligen Akkord passt

Da unser Blues keine komponierte Melodie hat, bietet sich Methode 1 nicht an und ich stelle sie bis auf weiteres zurück.
Bei Methode 2 hast du vorgegebene Intervalle, was für einen einzelnen Chorus durchaus interessant klingen kann, aber nicht für ein komplettes Solo. Darauf werde ich ebenfalls zu gegebener Zeit zurückkommen.
Methode 3 ist ein endloses Thema. Es gibt Bücher voll von solchen speziellen, oft stiltypischen Tonfolgen, die entweder zu einem Akkord oder zu einer bestimmten Akkordfolge passen. Solche „Patterns“ oder „Licks“ hier aufzuschreiben macht keinen Sinn, da ich vermutlich sowieso nicht deinen Geschmack treffen würde. Am besten hörst du dir deine Lieblingsmusik an und wenn dir eine Stelle besonders gut gefällt, dann schreib dir die Töne auf und versuche sie nachzuspielen. 
Also werde ich mich der Methode 4 widmen. Methode 2 ist mehr oder weniger in Methode 4 enthalten, da in den Tonleitern auch die Akkordtöne vorkommen.

Übung 1- Dur-Pentatonik: 
Zuerst nehme ich als Basis die vier Töne vom letzten Mal, also F-G-C-D. Wenn du diese nun um den Ton A ergänzt, erhältst du die sog. F-Dur Pentatonik. Das Wort „Pentatonik“ (griech: penta=fünf) zeigt an, dass es sich dabei um eine Tonleiter aus fünf Tönen handelt. Für die Akkorde Bb-Dur und C-Dur bilden sich die pentatonischen Skalen analog aus den entsprechenden Tonleiterstufen:

Bei jedem Akkordwechsel wechselst du auf die entsprechende Skala, wobei du natürlich nicht immer mit dem Grundton beginnen musst. Probiere es einfach mal aus und versuche aus den entsprechenden Tönen kleine Melodielinien zu bilden, die sich gut anhören. 

Die Pentatonik ist in der Popmusik sehr verbreitet, so dass ich dieses Thema demnächst noch in einem eigenen, kurzen Kapitel behandeln werde.


Übung 2 – Moll-Pentatonik
So wie du über einen Dur-Akkord die Dur-Pentatonik spielen kannst, gibt es für Moll-Akkorde die Moll-Pentatonik. Die pentatonische Moll-Tonleiter besteht aus den Tönen der zugehörigen Dur-Tonleiter, beginnend mit dem Grundton der Moll-Tonleiter. Verwirrend?

In dem folgenden Bild wird dir der Zusammenhang schnell klar. F-Moll ist die parallele Molltonleiter von Ab-Dur, also verwendest du die Töne der Ab-Dur Pentatonik beginnend mit dem Ton F. (die Töne von Ab-Dur pentatonisch und F-Moll pentatonisch sind gleich, ob es nach Dur oder Moll klingt, bestimmt der Basston).

Auf die pentatonische Skala werde ich später noch im Zusammenhang mit einer anderen Akkordfolge eingehen. Aber gerade beim Blues gibt es für diese Skala eine tolle Anwendung. Obwohl in dem Blues alle Akkorde Dominantsept-Akkorde sind, also Dur-Charakter haben, kannst du die Moll-Pentatonik darüber spielen. Und zwar nicht die Pentatonik des jeweiligen Akkordes, sondern die Moll-Pentatonik des Tonika-Akkordes über alle drei Dominantsept-Akkorde. Warum geht das?
Der typische Blues-Sound wird geprägt durch die sog. „blue notes“. Das sind Töne, die eigentlich nicht zur Tonleiter gehören, aber dem Blues genau diese ihm eigene Klangfarbe verleihen. Bezogen auf die Dur-Tonleiter sind die „blue notes“ folgende Töne:
  • die kleine Terz (b3 - Mollterz)
  • die verminderte Quinte (b5)
  • die kleine Septime (b7)
Die kleine Tabelle zeigt am Beispiel der F-Moll-Pentatonik, welcher Zusammenhang zwischen den Akkorden und den Tönen der Moll-Pentatonik besteht. Die Töne sind mit der jeweiligen Tonstufe der entsprechenden Tonleiter benannt:


(*) das Ab nimmt in der C-Dur-Skala eine gewisse Sonderstellung ein. Du kannst den Ton als verminderte Tredezime (b13) ansehen, wobei du ihn nicht als Zielton (Schwerpunktton) einer Improvisationslinie wählen solltest. Als Durchgangston beim Blues ist er jedoch durchaus vertretbar. Das Gleiche gilt für die in Rot gekennzeichneten „avoid notes“.


Übung 3 – Bluestonleiter:
Wenn du dich für Blues interessierst, wirst du schnell merken, dass es eine festgelegte, einheitliche Bluesskala nicht gibt. In der Literatur findest du eine Reihe verschiedener Skalen, die alle als Bluesskalen bezeichnet werden. Das liegt einfach daran, dass verschiedene Musiker unterschiedliche Improvisationsstile geprägt und dafür auch unterschiedliche Töne verwendet haben. Bei der einfachsten Variante wird der Moll-Pentatonik noch die dritte „blue note“ hinzugefügt, also die verminderte Quinte (b5); ein zusätzlicher Ton für die Improvisation, der maßgeblich zum typischen Bluessound beiträgt:













Übung 4 – Bluestonleiter mit Durterz
Eine weitere Variante ist die Bluestonleiter mit zusätzlicher Durterz. Du hast hierdurch die Möglichkeit, die Klangfarbe beim Akkordwechsel von der I-Stufe auf die IV-Stufe zu verändern, indem du zuerst die Durterz und beim Akkordwechsel die Mollterz verwendest. Es ist eine zusätzliche Möglichkeit um deine Improvisation abwechslungsreicher zu gestalten. Probier‘ es einfach mal aus. Es gibt hierbei keinerlei festen Vorgaben, du bist völlig frei in der Auswahl deiner Töne. Folge einfach deinem persönlichen Geschmack, dann liegst du genau richtig.

In meinem Improvisationsbeispiel habe ich jeweils einen Chorus für jede Übung verwendet. Dabei war es mir wichtig, dass immer die Töne enthalten sind, die zu der entsprechenden Skala gehören und nicht, dass es ein super Solo wird. So hörst du beispielhaft mit jedem Durchgang die Klangcharakteristik der jeweiligen Skala. Auch bei den akkordischen Teilen der Improvisation habe ich nur die Töne verwendet, die in der jeweiligen Skala vorkommen. Probiere selbst zu dem Playalong jede Variante aus und entscheide, welche für dich die Beste ist. Du kannst alle Möglichkeiten miteinander mischen oder dir deine eigene „Improvisationsskala“ entwickeln. Erlaubt ist, was gefällt – that‘s Jazz. Mit zunehmender Improvisationspraxis wirst du dann automatisch immer mehr Töne dazu nehmen.




Einen Hinweis noch, bevor du loslegst: Benutze beim Improvisieren möglichst auch Vorschlagsnoten als Verzierung. Spiele deinen Ton nicht direkt an, sondern setzte eine kurze Note davor, die einen Halbton unter dem eigentlichen Ton liegt. Diese Vorschlagsnote darf nicht betont werden, sondern soll als kurzer „Wisch“ auf den Zielton hinführen. Bläser oder Gitarristen können diesen Effekt über ein kurzes „Bending“ des Tons durch Modulation des Ansatzes oder Ziehen der Saiten erreichen. Versuche, dieses „Bending“ auf dem Klavier nachzuahmen. Achte einfach in meinem Beispiel mal darauf, ich habe es an mehreren Stellen verwendet.

Übe auf jeden Fall alle oben besprochenen Skalen in allen Tonarten. Am besten zu einem Metronom in moderatem Tempo. Stelle hierzu das Metronom auf halbes Wunschtempo und lass es auf die Zählzeiten 2 und 4 schlagen, so wie ich es in meiner „Schenkelklopfer-Übung“ beschrieben habe.


Viel Spaß beim Üben !



Samstag, 22. Dezember 2012

Improvisation

Hallo, schön dass du wieder auf meinem Blog bist.

Heute möchte ich mit dem praktischen Teil des Themas „Improvisation“ beginnen. 
Für eine Improvisation gibt es keinen festen Plan – sonst wäre es ja keine Improvisation. 
Aber es gibt natürlich gewisse grundlegende Dinge, über die du dir vor Beginn eines Stückes mit einem Improvisationsteil Gedanken machen solltest. Dann gibt es natürlich auch einige Regeln, nach der eine Improvisation abläuft. Und zum Schluss gibt es natürlich auch noch ein paar Techniken, mit denen man an eine Improvisation herangeht.

Was solltest du beachten, bevor du mit einer Improvisation beginnst?
  • Was ist es für ein Stück? Wenn du z.B. über einen Blues improvisierst, wirst du andere Töne und andere Skalen verwenden als über eine Bossa oder einen Swing-Standard
  • Welchen Rhythmus hat das Stück? Spielst du über einen ternären Rhythmus (Swing), dann hast du eine komplett andere Phrasierung der Achtelnoten als bei einem binären Rhythmus (z.B. Bossa).
  • Wie viele Durchgänge (heißt das Chorusse?) willst du spielen? Die Anzahl der Durchgänge solltest du, zumindest am Anfang, mit deinen Mitmusikern festlegen. Bei mehreren Durchgängen versuche dein Solo dramaturgisch aufzubauen und gib nicht gleich Vollgas.
  • Hab den Mut zur Lücke. Auch Pausen gehören zur Musik. Du musst während deines Solos nicht ständig Töne produzieren. Strukturiere die einzelnen Teile des Solos und lass dem Zuhörer Zeit, das Gehörte zu verarbeiten.
  • Welche rhythmische Phrasierung wählst du?. Denk dir rhythmische Patterns aus und wiederhole das Pattern, ggf. über einen anderen Akkord.
  • Ganz wichtig ist, dass du „in time“ bist. Wenn dir bei dem Solo etwas nicht so gelingt, wie du es geplant hast, mach eine Pause und steige im übernächsten Takt wieder ein. Auf keinen Fall versuchen, die nicht gespielten Noten aufzuholen und schneller spielen, um den Groove wieder einzuholen. Ein falscher gespielter Ton erklingt und ist auch gleich wieder weg und nur wenige, wenn überhaupt, habe es gemerkt. Aber ein falsches Timing und ein schlechter Groove machen das ganze Stück kaputt.
  • Versuche nicht, es zu kompliziert zu machen.

Wie gut dir eine Improvisation gelingt, hängt letztendlich immer von deiner aktuellen physischen und psychischen Verfassung ab. Aber wenn du diese Regeln beachtest, dann hast du schon mehr als die Hälfte einer guten Improvisation geschafft. Jetzt brauchst du nur noch die richtigen Töne. Welche Töne im Jazz richtig sind, darüber lässt sich trefflich streiten. Ob ein Ton als richtig oder falsch empfunden wird, hängt wesentlich von deinen Hörgewohnheiten als auch von denen deiner Zuhörer ab und ist oft eine Geschmacksfrage. 
Ich werde dir verschiedene Möglichkeiten zeigen, wie du Töne für deine Improvisation auswählen kannst. Wenn du danach spielst, klingt es vielleicht zuerst nicht gerade genial, aber es klingt zumindest nicht falsch. Alles weitere hängt dann von deinem Talent und deinem Übungseifer ab.

Vorab noch drei grundsätzliche Dinge:
  • Ich werde zu den Improvisationsübungen und zu meinen Soundbeispielen keine Noten aufschreiben. Natürlich werde ich dir die Töne nennen, die du zum Improvisieren verwenden kannst, aber ich werde keine Transkriptionen von meinen gespielten Soli machen. Erstens sind sie nicht so gut, dass man sie aufschreiben müsste und zweitens sollen sie dir nur als Beispiele dienen um das Prinzip zu verdeutlichen.
  • Achte beim Anhören der Beispiele darauf, ob du etwas von den oben genannten Regeln wiederfindest. Denk dir eigene Melodien und Phrasen aus und versuche nicht meine Töne exakt nachzuspielen. 
  • Ich werde die Beispielsoli auf dem Klavier spielen, aber grundsätzlich kannst du zu den Playalongs auf jedem beliebigen Instrument improvisieren. Hierzu gibt es zu jeder Übung drei Playalongs:
    1. Bass, Drums, Klavier mit Solo (zum Anhören)
    2. Bass, Drums, Klavierbegleitung ohne Solo (zum Mitspielen, nur rechte Hand oder anderes Instrument)
    3. Bass und Drums (zum beidhändigen Klavierspiel)

Als erstes Beispiel habe ich einen Blues ausgewählt. Wenn man mit dem Improvisieren beginnt, hat ein Blues mehrere Vorteile:
  • ein klassischer Blues hat eine relativ einfache harmonische Struktur
  • die Akkordwechsel sind meist zweitaktig, daher keine zu schnellen Changes
  • viele bekannte Stücke basieren auf dem Bluesschema. Somit ist dir die Struktur des Blues vermutlich geläufig.

So, nun aber zur Praxis. Den Blues, den ich gewählt habe, steht in F. Das Bluesschema mit den Akkordwechseln sieht folgendermaßen aus:


Das Besondere am Blues ist, dass alle Akkorde als Sept-Akkorde mit der kleinen Septime gespielt werden. Wie bei der kleinen Terz und der verminderten Quinte handelt es sich dabei um die sog. „blue notes“. Doch dazu mehr in einem der nächsten Kapitel..

Die Left-hand-Voicings in der dargestellten Form sind dir sicher aus den vorangegangenen Lektionen bekannt. 

Als erste Variante der Improvisation habe ich eine sehr einfache Möglichkeit gewählt. Bei der Auswahl des Tonmaterials handelt es sich genau um die fünf Töne, die in jeder der vorkommenden, mixolydischen Skalen enthalten sind. Hierbei gibt es allerdings noch eine gewisse Einschränkung:

Der Ton Bb ist zwar in allen Skalen enthalten, bildet aber mit dem Grundton der Tonika, also dem Ton F, eine reine Quarte. Die reine Quarte zum Grundton gilt im Jazz als sog. „avoid note“ (engl.: zu vermeidende Note) und sollte beim Improvisieren möglichst nicht verwendet werden, da sich in Verbindung mit dem Tonikaakkord ein dissonanter Klang ergibt. Probier‘ einfach selbst mal aus, ob und zu welchem Akkord dir der Ton gefällt.
Ich habe auf den Ton bei meiner Beispielimprovisation ganz verzichtet und verwende also nur die Töne

                                                     F - G - C - D
     



Zugegeben, die Tonauswahl ist nicht überwältigend, aber probiere trotzdem verschiedene eigene Varianten mit diesen vier Tönen aus. Variiere die Rhythmik, setzt Töne ganz bewusst auf bestimmte Zählzeiten, überlege dir sinnvolle Linien. Mach dir bewusst, welcher Ton zu welchem Akkord gut klingt. Je öfter du das übst, desto besser wird sich deine Improvisation anhören. Gerade in der Beschränkung auf ein Minimum schulst du dich und dein Gehör, mit den Tönen kreativ umzugehen.

Ich denke dabei immer an einen Spruch von Antoine de Saint-Exupery:
„Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“
Ich glaube, die Aussage lässt sich auch auf die Musik und speziell auf eine Improvisation übertragen. 

Vielleicht wirst du jetzt denken: „Das ist doch kein Blues, da fehlen ja alle „blue notes“. Du hast Recht. Diese erste Variante, die natürlich auch noch erweitert wird, würde ich eher beim Solieren über einen Jazz-Standard als bei einem richtigen Blues einsetzen. Um es richtig "bluesig" klingen zu lassen, gibt es noch andere Möglichkeiten. Nur Geduld, das kommt alles noch. Wichtig ist, dass du diese Übung sicher draufhast, wenn möglich in verschiedenen Tonarten.

Viel Spaß beim Üben !



Sonntag, 16. Dezember 2012

Improvisation


Hallo, ich hoffe es geht dir gut und du hattest genug Zeit zum Üben. 
Bisher habe ich mich ausschließlich mit Harmonien und „Akkordarbeit“ beschäftigt und mit diesem Wissen in Verbindung mit den praktischen Übungen solltest du in der Lage sein fast alle Jazz-Standards als Pianist in einer Combo zu begleiten. 

Diese Thematik möchte ich nun vorerst einmal verlassen. Natürlich gibt es dazu noch eine Menge mehr zu sagen bzw. zu schreiben - ich werde bei passender Gelegenheit immer mal wieder darauf zurückkommen. 

Heute möchte ich mich nun einem weiteren großen Thema im Jazz widmen, nämlich der Improvisation. Eine ganz allgemeine Definition des Begriffs Improvisation findet man z.B. in Wikipedia:
„Improvisation bedeutet, etwas ohne Vorbereitung, aus dem Stegreif dar- oder herzustellen. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter Improvisation auch den spontanen praktischen Gebrauch von Kreativität zur Lösung auftretender Probleme.“
Für den Bereich Musik gibt es ebenfalls eine passende Beschreibung:
„Als Improvisation wird die Form musikalischer Darbietung verstanden, in der das ausgeführte Tonmaterial in der Ausführung selbst entsteht und nicht vorher schriftlich fixiert worden ist.“
 Weitere Informationen findest du unter dem folgenden Link: 


Gehst du von der allgemeinen Definition aus, dann gäbe es in der Musik keine wirkliche Improvisation –jedenfalls keine, der man gerne zuhören würde. Ohne jede Vorbereitung würde das vermutlich in einem harmonischen oder melodischen Desaster enden. Also gilt in der Musik, dass vor einer Improvisation eine Vorbereitungsphase stattfindet, in der man sich mit dem passenden Tonmaterial für bestimmte harmonische Strukturen auseinandersetzt und lernt, damit umzugehen. Du kannst das mit dem Erlernen einer Fremdsprache vergleichen. Ohne die Grundzüge der Grammatik und einem Fundus an Vokabeln kannst du keine Fremdsprache sprechen. In der Musik gibt es genau zwölf Fremdsprachen entsprechend den zwölf Tonarten. Der Vorteil ist, dass die Grammatik in allen zwölf Sprachen gleich ist und du „nur“ die Vokabeln lernen musst. Je mehr Vokabeln du kannst, desto komplexere Sätze kannst du bilden. Aber auch mit wenigen Vokabeln kann man sich manchmal schon gut verständigen wenn es für das was man sagen will die richtigen sind.
Hinzu kommen noch die Aussprache und der Sprachrhythmus. Bezogen auf dein Instrument meine ich damit die Artikulation, den Klang und das Timing. Die Töne können noch so richtig sein, die „Grammatik“ noch so geschliffen, wenn du eine schlechte „Aussprache“ und eine arhythmische Phrasierung hast, werden deine Zuhörer dich nicht verstehen oder dir nicht gerne zuhören.

Die Grammatik in der Musik ist die Harmonielehre. Damit hast du dich ja schon eingehend beschäftigt. Nun kommen die Vokabeln. Welche Töne passen zu welchen Akkorden und Voicings?  Deine Vokabeln sind die Töne, basierend auf Tonleitern und Skalen. Diese bilden die Basis für eine Improvisation und je sicherer du sie beherrschst, desto leichter fällt es dir, die richtigen Töne zu einer vorgegebenen harmonischen Struktur zu finden.

Wenn du anfängst, dich mit Improvisation zu beschäftigen, bist du natürlich beeindruckt wenn du irgendeinen „alten Jazzer“ hörst, der ein Wahnsinns-Solo abliefert und du denkst – so was kann ich nie. Wahrscheinlich hast du Recht, denn ein gutes und virtuoses Solo ist zu 10 % Inspiration und zu 90 % Transpiration. Das bedeutet, der „alte Jazzer“ lernt schon sehr, sehr lange seine Vokabeln und es wäre ja ungerecht, wenn du daherkommst und mit wenig bis gar keinem Aufwand genau das Gleiche spielen könntest. Aber auch der „alte Jazzer“ schöpft zu 90 % aus dem Fundus seiner gelernten und über Jahre antrainierten Tonleitern und Skalen. Und bei entsprechendem Engagement kannst du das genauso lernen.

Aber du möchtest natürlich nicht erst mit dem Improvisieren beginnen, nachdem du jahrelang in deinem Keller Tonleitern und Skalen geübt hast. Also brauchst du eine Methode, mit der du relativ schnell zum Erfolg kommst um mit anderen Musikern gemeinsam spielen und improvisieren zu können. 

Also – die wildesten Skalen in wahnsinnigen Tempi zu spielen wirst du am Anfang nicht hinbekommen. Es stellt sich ja auch grundsätzlich die Frage, was eine gute Improvisation ausmacht. Sind es virtuos gespielte, mechanisch eingeübte Tonleitern und Skalen? Natürlich erweitert jede erlernte Technik die Bandbreite der improvisatorischen Möglichkeiten und belegt das musikalische und handwerkliche Können eines Musikers. Natürlich würde ich das auch gerne können um bei Bedarf so richtig loszulegen. Aber muss das sein? Muss bei einer Improvisation der Geschwindigkeitsrekord wirklich gebrochen werden? Oder machst du, wie ich übrigens auch, die Not zur Tugend  und ersetzt die (momentan noch) fehlende Virtuosität durch Kreativität indem du z.B. eine schöne, neue Melodie zu den gegebenen Harmonien erfindest. Oder indem du interessante rhythmische Akzente setzt. Die Virtuosität kommt mit der Zeit, wenn du in deinen Übungseinheiten konsequent die Tonleitern und Skalen übst. Plötzlich wirst du diese, ohne es bewusst zu merken, in deine Improvisationen einbauen. Ganz wichtig ist, dass du deine Erwartungen am Anfang nicht zu hoch ansetzt. Bei einem Workshop mit Anke Helfrich hat sie uns als Beispiel einen Blues vorgespielt und für die Improvisation nur 5 Töne verwendet – mehr braucht man (sie) nicht, es klingt einfach perfekt. 

Ich bin selbst kein Virtuose, darum werde ich dir Tipps geben, wie du bereits am Anfang mit relativ einfachen Mitteln eine schöne (wobei hier der Begriff "schön" natürlich sehr subjektiv ist) Improvisation hinbekommst. Aber auch wenn es mit einfachen Mitteln schon schön klingt - es sollte dich natürlich nicht davon abhalten, immer wieder die Tonleitern und Skalen zu üben. Welche genau das sind und wie sie geübt werden können werde ich dann an entsprechender Stelle erklären.

So, das vorab zu dem Thema Improvisation. Ab meinem nächsten Blogeintrag geht es dann schon mit einfachen Übungen zu Playalongs los. 

Bis dahin – viel Spaß beim Üben !



Freitag, 14. Dezember 2012

Reharmonisierung

Beispiel "Alice in Wonderland"


Hallo, ich hoffe es geht dir gut und du bist mit dem Üben vorangekommen.

Heute möchte ich dir an dem Stück „Alice in Wonderland“ noch ein paar Möglichkeiten der Reharmonisierung zeigen.
Ich werde verschiedene Akkorde „reharmonisieren“, wobei ich nicht nur die Tritonus-Substitution verwende, sondern auch Akkorde und Voicings aus dem bereits behandelten Repertoire. Wichtig dabei ist, dass du bei einer Reharmonisierung immer auf die Melodieführung achtest. Du musst die Voicings so wählen, dass sich keine Dissonanzen mit der Melodie ergeben. Beim Improvisieren hast du dann deutlich mehr Freiheiten, auch ungewöhnliche Voicings einzubauen. Nimm das letzte Leadsheet als Vergleich um die Änderungen nachzuvollziehen.

Grundsätzlich habe ich vierstimmige Voicings für die rechte Hand verwendet. Mit der linken Hand spiele ich den Grundton. Wie du siehst, verdopple ich oft einen Ton aus dem Voicing der rechten Hand. Das macht den Klang etwas voller, ist jedoch nicht unbedingt erforderlich. Meist genügt es, mit der linken Hand den Grundton zu spielen. Probier‘ einfach aus, welcher Klang dir besser gefällt.
Die Takte, in denen ich eine Reharmonisierung oder eine klangliche Änderung vorgenommen habe, sind mit den Taktnummern gekennzeichnet. Im nachfolgenden Text findest du die entsprechenden Erklärungen dazu:







  • Takt 2: Tritonus-Substitution von G à Db als Dominante von C. Hierdurch ergibt sich eine chromatische Abwärtsbewegung der Basslinie von D nach C.
  • Takt 6: Tritonus-Substitution von E à Bb, dadurch ebenfalls die chromatische Abwärtsbewegung der Basslinie von B nach A.
  













  • Takt 8: statt des reinen Dominantsept-Voicings verwende ich das teilalterierte Voicing mit der verminderten None.
  • Takt 10: hier verwende ich bewusst keine Tritonus-Substitution, da sich dadurch ein Halbtonintervall zur Melodie ergeben würde, was nicht schön klingt. Weiterhin käme eine ungewöhnliche Bassbewegung zustande. Als Klangfarbe dient der teilalterierte Akkord G13b9. 
  • Takt 12: normalerweise steht hier ein Moll-Akkord. Betrachtest du die Akkordfolge von Takt 11 bis 14, erkennst du dass es sich um eine II-V-I-Verbindungen handelt (E-7 à A7 à D), wobei die Tonika durch eine weitere II-V-I-Verbindung ersetzt wird (D-7 à G7 à C). Bei der ersten II-V-I-Verbindung wird die Dominante durch den Tritonus ersetzt. Im zweiten Fall nicht, hier gilt das gleiche wie in Takt 10. 















  • Takt 15 und 16: hier würde man üblicherweise die Tonika erwarten. Diese wird wie in Takt 11 bis 14 durch zwei parallele II-V-Verbindungen ersetzt. In beiden Fällen habe ich für das Dominantsept-Voicing die Tritonus-Substitution verwendet. Somit ergibt sich wieder eine fließende, chromatische Abwärtsbewegung im Bass.
  • Takt 18: Als Übergang in den B-Teil klingt der Mollseptakkord sehr „brav“. Um eine höhere Spannung zu erzeugen, habe ich hier die alterierte Dominante {A7(b9b13)} des ersten B-Teils-Akkords (D9)gewählt.
  


















  • Takt 20: statt der Tritonus Substitution habe ich aufgrund der ungünstigen Basslinie in diesem Fall das übermäßige Dominantsept-Voicing gewählt.
  • Takt 22: das alterierte Voicing A7(b9b13) ergibt an dieser Stelle eine deutlich höhere Spannung als das Mollsept-Voicing. Bei gleichem Voicing in der rechten Hand wäre als Basston auch Eb möglich, was dann Eb13 entspricht (unalteriert). Dadurch ergäbe sich wieder eine chromatische Basslinie.
  • Takt 24: um eine etwas andere Klangfarbe zu erhalten, habe ich in diesem Takt ein sus4-Voicing gewählt. Auf die Zählzeit 3 als Akzent dann die Tritonus-Substitution des Dominantsept-Akkords mit Auflösung zur Tonika in Takt 25.
  
  • Takt 28: Tritonus-Substitution von B9  à  F9.
  

















  • Takt 30: Tritonus-Substitution von A7 à Eb7. In Verbindung mit der Reharmonisierung in Takt 28 ergibt sich wieder ein chromatischer Abwärtsverlauf im Bass von Takt 27 bis Takt 32.
  • Takt 31 und 32: der Dominant-Septakkord (A7) wird jeweils durch einen verminderten Akkord (C#o) ersetzt, was zu einer Erhöhung des Spannungsbogens führt.

        Teil C des Stückes entspricht dann wieder Teil A.


Hör dir das Stück an und mache dir die Akkordfunktionen anhand der obenstehenden Erklärungen klar. Natürlich wirst du nicht grundsätzlich alle Akkorde wie in dem Beispiel reharmonisieren. Wenn du mehrere Durchgänge des Stückes spielst, beginne zuerst mit den einfachen, zweistimmigen Voicings. Dann wechsle zu den dreistimmigen Voicings und im letzten Durchgang auf die vierstimmigen Voicings ggf. mit Reharmonisierung im letzten C-Teil. Setze die Klangeffekte sparsam ein. Eine Überfrachtung mit Reharmonisierungen lässt ein Stück schnell statisch und unelegant klingen. Die richtige Mischung der Voicings und der dramaturgische Aufbau der Harmonien macht ein Stück für den Zuhörer interessant, nicht komplizierte Voicings und Akkordverbindungen.

Wie immer findest du die Stücke zum downloaden unter der Rubrik "Playalongs". Einmal die komplette Version wie sie oben zu hören ist, dann eine Version ohne Piano zum mitspielen und eine Version nur mit Bass und Drums bei der du mit der linken Hand die "left-hand-Voicings" und mit der rechten Hand die Melodie oder eine Improvisation dazu spielen kannst. 

Das Leadsheet zum downloaden findest du unter der Rubrik "Downloads"

Viel Spaß beim Üben !




Samstag, 1. Dezember 2012

Tritonus-Substitution


Reharmonisierung

Hallo! Endlich habe ich mal wieder etwas Zeit, um an meinem Blog weiter zu schreiben. Wie klappt das mit dem Playalong von „Alice in Wonderland“?. Ich hoffe, du kannst die Voicings schon auswendig. Um mit der Reharmonisierung sinnvoll weitermachen zu können, muss ich heute leider zuerst noch ein wenig Theorie einschieben.
Es geht mal wieder um einen wichtigen Akkordtyp im Jazz, nämlich – den Dominantsept-Akkord. Kannst du dich an die Seite mit dem Tritonus erinnern? Der Tritonus ist durch seine Dissonanz, wie bereits beschrieben, für den klanglichen Spannungsaufbau verantwortlich. Um diese Spannung nun weiter zu steigern oder ein Musikstück zumindest klanglich noch interessanter zu gestalten, kann man die sog. „Tritonus-Substitution“ anwenden. 
Wie du bereits weißt, besteht ein Tritonus aus drei Ganztonabständen. Dieses kommt üblicherweise in einer Durtonleiter nur einmal vor. Nun kannst du aber eine Oktave in zwei Tritonüsse (oder wie heißt das) aufteilen, indem du als Tonabstände nur Ganztöne wählst. Dadurch erhältst du eine absolut symmetrische Skala, die sog. „Ganztonskala“, in unserem Beispiel von C nach C.


Merke: Ein Tritonus ist genau die Hälfte einer Oktave 


Ich bleibe bei dem Beispiel in C-Dur. Zur Erinnerung: der Tritonus in C-Dur besteht aus den Tönen F und B, also den Funktionstönen (guide-tones) des zu C-Dur gehörigen Dominantsept-Akkords. Die Töne G (Grundton), B (Terz) und F (Septime) bilden das funktionale Gerüst des G7-Akkords.

Verschiebt man nun den so aufgebauten G7-Akkord um drei Ganztöne, also einen Tritonus nach oben (oder nach unten), erhält man einen C#7-Akkord (Db7-Akkord) mit folgenden Tönen:


Merke: Die Umkehrung eines Tritonus ergibt wieder einen Tritonus.

Jetzt kommt der Trick an der ganzen Sache. Der Grundton verändert sich von G zu C#, aber die „guide-tones“ bleiben gleich. Lediglich die Terz von G7 wird zur Septime des neuen Akkords und die Septime wird zur Terz.
Das bedeutet im Klartext, dass sich die Akkorde G7 und C#7 lediglich durch ihren Grundton unterscheiden. Die „guide-tones“ sind gleich, was wiederum bedeutet, dass die beiden Voicings gegeneinander austauschbar sind.

                                                                                                                       Entsprechungen der "guide-tones":

Durch diese „Reharmonisierung“ entsteht bei einer II-V-I-Verbindung im Bass eine chromatische, fließende Abwärtsbewegung, welche ein Stück oder eine bestimmte Passage eines Stückes oft interessanter klingen lässt. 

Als Hörbeispiel habe ich zur Abwechslung einmal einen Turnarrond gewählt. Unter einem Turnarround versteht man eine II-V-I-Verbindung, die am Ende durch die Dominante der II-Stufe ergänzt wird. Dadurch ergibt sich ein fließender Übergang wieder in den Mollsept-Akkord. Solche Turnarrounds sind in Jazz-Standards sehr häufig zu finden. In dem Beispiel werden die beiden vorkommenden Dominantsept-Akkorde durch ihren Tritonus ersetzt.

Achte in den folgenden Hörbeispielen von allem auf die Basstöne. Die Voicings in der rechten Hand bestehen aus denselben Tönen, nur die Basslinie ändert sich. Ich spiele immer zuerst den „normalen“ Turnarround, einmal als liegende Akkorde und einmal rhythmisiert. Danach folgt die Variante mit der Tritonus-Substitution. Notiert habe ich nur die liegenden Akkorde.






Wie du an den Noten und an den Akkordbezeichnungen siehst, wird aus einem alterierten Voicing durch die Tritonus-Substitution ein nicht-alteriertes Voicing – und umgekehrt. Beim letzten Beispiel habe ich für den Schlussakkord die Umkehrung mit untenliegender None gewählt. Wie ich finde, ein interessanter Klang, zumal sich dadurch eine sinnvolle Linie der obersten Akkordtöne ergibt.

Versuch' einmal, diese Akkordverbindung anhand der Tonart-Karten durch alle Tonarten zu spielen.

Viel Spaß beim Üben !