Samstag, 27. Oktober 2012

II-V-I - Verbindung in Moll

Tritonus


Beim meinem letzten Eintrag habe ich über die Spannung beim Dominantsept-Akkord geschrieben. Woher aber kommt diese Spannung und was macht diesen Akkord so interessant? Was hat dieser Akkord, das zur Auflösung dieser Spannung zu dem Grundakkord hin drängt? Die Begründung liegt in den sog. Leittönen. Ich habe einmal die Definition aus Wikipedia übernommen, besser hätte ich es nicht formulieren können:
Ein Leitton ist ein Ton, der die Erwartung einer Weiterführung (Auflösung) in einen um einen Halbton höher oder tiefer liegenden Zielton weckt. 
Maßgeblich für die Wirkung von Leittönen ist der sog. Tritonus (altgriechisch: tri = drei, tonos = Spannung). Der Tritonus beschreibt ein Intervall von 3 Ganztönen und gilt schon seit dem Mittelalter als „instabiles, dissonantes Intervall“, welches zur Auflösung hin zur stabilen Tonika drängt. Innerhalb der leitereigenen Töne einer Dur-Tonleiter existiert genau ein Tritonus, und zwar zwischen dem 4. und dem 7. leitereigenen Ton. Beide Töne sind Leittöne, da der 4. Ton um einen Halbton nach unten zur Terz und der 7. Ton um einen Halbton nach oben zum Grundton hin streben. 

Hör dir einmal folgende Töne auf dem Klavier an, dann wirst du schnell merken, was ich meine:



Betrachtest du nun einmal unser Beispiel C-Dur, stellst du fest, dass es sich bei der 4. und der 7. Stufe um die Töne F und B handelt. Diese Töne sind genau die Funktionstöne des Dominantsept-Akkords, also des Akkords auf der V. Stufe. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass dieser Akkord mit gleich zwei Leittönen sehr instabil wirkt und zu einer Auflösung drängt. 







Alles klar? Ok, dann geht es weiter. 

Die II-V-I–Verbindungen in Dur sind dir ja wahrscheinlich schon in Fleisch und Blut übergegangen – und das in allen Tonarten. Oder hattest du schon wieder keine Zeit zum Üben? Was soll ich sagen – setz‘ dich endlich an‘s Klavier und fang an !

Nun komme ich zu den II-V-I – Verbindungen in Moll
Die Ausführungen über den Tritonus habe ich vorweg gestellt, damit der harmonische Zusammenhang der Akkorde logisch nachvollziehbar ist. Auf den Tritonus werde ich an anderer Stelle nochmal näher eingehen.

Wie auch schon bei den II-V-I–Verbindungen in Dur ist die Grundlage für die einzelnen Stufenakkorde wieder eine Tonleiter – diesmal jedoch nicht die Dur- sondern die Moll-Tonleiter. Der Einfachheit halber nehme ich die parallele Molltonart zu C-Dur, also A-Moll. 
Wie du sicher schon gehört hast gibt es verschiedenen Molltonleitern mit unterschiedlichen Tönen – welche ist denn nun die richtige? 

Ich beginne einmal mit der einfachsten Variante, der „natürlichen Molltonleiter“. Diese ergibt sich aus der Durtonleiter, indem du einfach eine kleine Terz unter dem Grundton der Durtonleiter beginnst und die gleichen Töne wie bei der Durtonleiter verwendest.




Genau wie bei der Dur-Variante bildest du nun Akkorde in Terzschichtungen auf jeder Stufe. Daraus ergeben sich folgende Akkorde:



Wie du sicher schon bemerkt hast, hat die natürliche Molltonleiter kein Tritonus-Intervall. Dadurch fehlt der Leitton hin zum Grundton und es ergibt sich auf der V. Stufe kein Dominantsept-Akkord sondern ein Mollsept-Akkord. Das führt dazu, dass die Schlusswendung der II-V-I–Verbindung keine Spannung aufweist und ein tonales Zentrum nur schwer zu erkennen ist. Um das dennoch zu erreichen, hat man einen Trick angewendet: Man erhöht die 7. Stufe der natürlichen Molltonleiter um einen halben Ton. Dadurch entsteht ein Leitton (Halbton unter dem Grundton) und beim V. Stufenakkord ergibt sich eine große Terz und somit ein Dominantsept-Akkord. Die neu entstandene Tonleiter mit erhöhter 7. Stufe nennt man „harmonisch Moll“.


Auf der Basis dieser Tonleiter kannst du nun die II-V-I – Verbindung in Moll ableiten. 







Das Intervall zwischen den beiden Leittönen entspricht nun zwar einem Tritonus, aber dieser ist nicht symmetrisch. Zwischen dem 6. und 7. Ton entsteht ein Intervall aus 3 Halbtönen. 
Weil der 1 ½ Tonschritt etwas ungewöhnlich klingt, wird diese Tonleiter auch oft „arabisch Moll“ genannt. Um dieses gewöhnungsbedürftige Intervall zu vermeiden, wird in der Jazz- und Popmusik zur Melodieführung oder zum Improvisieren oft schon die 6. Stufe erhöht und man erhält die „melodische Molltonleiter“. Diese Tonleiter hat eine kleine Terz (Mollterz), ansonsten entsprechen die Töne der Dur-Tonleiter. Hier besteht nun auch der Tritonus aus den gewohnten drei Ganztonschritten und die Ordnung ist somit wieder hergestellt.


Auf der II. Stufe steht also ein halbverminderter Akkord, auf der V. Stufe ein Dominantsept-Akkord und die Tonika ergibt sich unter Verwendung der leitereigenen Töne der harmonischen Molltonleiter als Moll-Major-Akkord. Stellvertretend dafür wird auch häufig der Mollsept-Akkord oder der Mollsext-Akkord verwendet. In dem folgenden Notenbeispiel sind sechs Varianten der II-V-I-Verbindung in Moll als One-hand-Voicings dargestellt. Versuche selbst ein paar schön klingende Two-hand-Voicings herauszufinden.





So, das war‘s mal wieder. Lerne die II-V-I–Verbindungen in Moll in allen Tonarten, am besten nach den Tonart-Karten.

Viel Spaß beim Üben !



Montag, 22. Oktober 2012

Voicings


Der Dominantsept-Akkord

Der Dominantsept-Akkord hat im Jazz eine besondere Bedeutung. Er steht auf der V. Stufe der Tonleiter und hat das Bestreben, sich zur Tonika hin aufzulösen, z.B. in der bereits bekannten II-V-I-Verbindung. Mit diesem Akkord wird also eine Spannung aufgebaut und im Jazz werden hierfür die unterschiedlichsten Optionstöne (Voicings) verwendet. Je höher die Spannung im Voicing des Dominantsept-Akkordes ist, desto interessanter klingt die musikalische Phrase und desto effektvoller ist dann die Auflösung hin zur Tonika.  
Es gibt natürlich für jeden anderen Akkordtyp ebenfalls interessante Voicings, welche ich nach und nach in meinem Blog auch behandele, aber die meisten Möglichkeiten musikalisch einen Spannungsbogen aufzubauen hast du beim Dominantsept-Akkord.


Jetzt zu den einzelnen Tönen. Den 9.Ton der Tonleiter, die None, hast du wahrscheinlich schon sicher im Griff. Heute kommt im nächsten Schritt der 13.Ton, die Tredezime, hinzu. Und dass es nicht zu langweilig wird auch noch gleich die Variationen der Töne 9 und 13, die sog. Alterationen. Hierzu schau` dir zuerst mal eine Tonleiter an, die im Jazz eine sehr wichtige Rolle spielt, die „alterierte Tonleiter“. Alterieren bedeutet nichts anderes als abändern, d.h. die normalen Töne der Tonleiter werden so abgeändert, dass sie entweder einen halben Ton tiefer oder einen halben Ton höher sind als der Ursprungston. Die Töne der alterierten Tonleiter bilden die Grundlage für eine Improvisation über einen Akkord auf der V. Stufe, also einen Dominantsept-Akkord. Aber zur Improvisation komme ich später. Zunächst einmal die alterierte Tonleiter:

Wie du siehst, werden die Funktionstöne, also der Grundton, die Terz und die Septime nicht verändert, alle restlichen Töne werden „alteriert“. Die None wird sowohl um einen halben Ton erniedrigt (b9) als auch erhöht (#9), die Undezime wird um einen halben Ton erhöht (#11) und die Tredezime wird um einen halben Ton erniedrigt (b13). Alles andere würde keinen Sinn ergeben, da eine verminderte Undezime (b11) ja die große Terz und eine erhöhte Tredezime (#13) die kleine Septime ergeben würde.

Verwendest du nun diese Töne statt der Ursprungstöne, erhältst du verschiedene alterierte Akkorde. Wenn du ein spezielles Voicing willst, musst du die einzelnen Tonstufen als Akkorderweiterung, wie unten dargestellt, angeben. Wenn es dem Interpret überlassen werden soll, welches Voicing er bei dem Akkord spielt, kannst du auch einfach "alt" hinter den Akkord schreiben. Du musst natürlich den Akkord nicht zwangsläufig alterieren, du kannst auch die tonleitereigenen Töne 9 und 13 spielen, je nachdem welchen Sound du haben möchtest. Nachfolgend sind einige Akkordvarianten für G7 aufgeschrieben. Übe diese Voicings mit den Tonart-Karten in allen Tonarten.


























"Two-hand-Voicings"
Nun wende die Dominantsept-Akkorde auf das Playalong von „Fly me to the moon“ an. Ich habe  zwei Varianten zum Leadsheet notiert; zuerst Two-hand-Voicings mit Grundton als mögliche Pianobegleitung für einen Sänger oder Instrumentalisten und dann One-hand-Voicings zum Spielen in einer Combo. Die One-hand-Voicings kannst du auch ohne den Basston mit der linken Hand als sog. Left-hand-Voicings verwenden. 

Die Noten zum Herunterladen findest du unter der Rubrik „Downloads“ als .pdf-Dateien.

"One-hand-"  oder "Left-hand-Voicings" 


Du wirst merken, dass die Voicings schon recht „jazzig“ klingen. Jetzt kommt noch das Rhythmisieren der Voicings dazu. Probiere einfach mal verschiedene Möglichkeiten aus, Akkorde auf unterschiedliche Zählzeiten im Takt zu spielen und du wirst schnell hören, was besser oder schlechter klingt. Zum Reinhören findest du unter „Playalongs“ zwei weitere Files zum Herunterladen. Ich habe die Melodie mit dem Saxofon dazu gespielt, einmal mit Left-hand-Voicings rhythmisiert und einmal ganz ohne Piano zum Mitspielen. 




Viel Spaß beim Üben !



Montag, 15. Oktober 2012

Rhythmus

Schenkelklopfer


Heute komme ich zu einem ganz wichtigen Punkt in der Musik – dem Rhythmus. Und damit ist nicht ein bestimmter Tanzrhythmus wie Samba oder Rumba gemeint, sondern der Rhythmus der beim Musikmachen in deinem Inneren mitläuft. Sozusagen dein eigener kleiner Schlagzeuger in deinem Kopf. Wenn eine Band es schafft, dass jeder seinen inneren kleinen Schlagzeuger mit dem seiner Mitmusiker synchronisiert, dann beginnt die Musik zu grooven. Die schönsten Akkorde klingen nicht, wenn keine gemeinsame rhythmische Auffassung des gespielten Musikstückes vorhanden ist. Als Musiker in einer Band musst du den Rhythmus in dir selbst spüren, er muss wie eine innere Uhr unabhängig von den Tönen, die du spielst, mitlaufen. Der Schlagzeuger gibt das Tempo und die Form des Stückes vor und trägt natürlich wesentlich zum Groove des Stückes bei. Aber denke ja nicht, dass er alleine für den Rhythmus verantwortlich ist. Er ist lediglich der Dirigent von allen kleinen Schlagzeugern, die in den Köpfen der einzelnen Musiker mitspielen. 

Immer wieder hörst du Bands, bei denen alle Akkorde und Töne richtig gespielt werden - und trotzdem fängt es nicht an zu swingen oder zu grooven. Das liegt ganz einfach daran, dass die einzelnen Musiker z.T. ein unterschiedliches Gefühl für Rhythmik, Synkopen oder  Taktschwerpunkte haben. Selbst bei einer schwierigen synkopischen Linienführung, z.B. bei Bläsersätzen, muss dein kleiner innerer Schlagzeuger jederzeit die Zählzeit 1 in einem Takt fühlen. 

Um das zu trainieren, habe ich mir eine Übung überlegt, die sogenannte Schenkelklopfer-Übung.
Diese Übung trainiert mithilfe des Körpergefühls den inneren Puls, der durch die gespielten oder gesungenen Noten nicht unterbrochen werden darf.

Ich habe hierzu ein kleines Video aufgenommen, in dem die Übung demonstriert wird. Die Übung ist in einzelne Schritte unterteilt und es ist wichtig, dass du jeden Übungsschritt sicher beherrschst, bevor du zur nächsten Übung weitergehst.

Für diese Übung kannst du dir im Prinzip jedes beliebige Musikstück aussuchen. Voraussetzung ist, dass du das Stück relativ gut kennst. Ich habe deshalb als Beispiel ein sehr bekanntes Stück ausgesucht welches sich außerdem für die Erklärung dieser Übung hervorragend anbietet.


Das Stück kennt jeder, es ist „Satisfaction“ von den Rolling Stones. 

Bevor du nun das Video startest, noch ein paar Erklärungen dazu. Hier siehst du die rhythmisierte Darstellung der Hookline. Es ist lediglich die viertaktige Phrase, quasi der Refrain, der beliebig oft wiederholt werden kann. 


  • in dem Bild ist der Rhythmus gleichmäßig in Achtelnoten aufgeteilt. Die Übung baut darauf auf, dass die Achtelnoten zu einem vorgegebenen Tempo immer abwechselnd mit der rechten und linken Hand leicht auf die Oberschenkel geschlagen werden (Schenkelklopfer) 
  • die Zahlen direkt über dem Notensystem stehen für die einzelnen Zählzeiten jedes Taktes 
  • die roten Pfeile darüber kennzeichnen die rhythmische Position der Melodietöne. 
  • die Buchstaben R und L darüber kennzeichnen die Hand, mit der die entsprechende Melodiesilbe geschlagen wird. Dies ergibt sich automatisch, wenn du auf die Zählzeit 1 mit der rechten Hand beginnst 
  • unter dem Notensystem ist zusätzlich der Text angegeben. Die Textsilben und die roten Pfeile stimmen in ihrer Taktposition überein 
  • du kannst die Melodie entweder dazu singen oder einfach nur die Silben im richtigen Rhythmus sprechen 
  • zusätzlich markieren die gelben Punkte die Schläge, die der Schlagzeuger auf der Snaredrum spielt, die sog. „Backbeats“ auf die Zählzeiten 2 und 4 eines jeden Taktes. Diese sind angegeben, weil in meinem Beispiel das Metronom genau diese Backbeats vorgibt, d.h. das Metronom schlägt auf die Zählzeiten 2 und 4. Das ist vielleicht am Anfang etwas ungewohnt, aber du solltest dir grundsätzlich angewöhnen, das Metronom beim Üben auf diese Weise einzusetzen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit wirst du merken, dass es viel grooviger ist als einfach alle vier Schläge eines Taktes durchlaufen zu lassen 
  • versuche dich nicht zu verkrampfen, sondern bewege die Hände ganz locker im Achtelrhythmus auf und ab und achte darauf ganz normal weiter zu atmen. Wenn du dich zu stark konzentrierst, werden die Bewegungen vielleicht etwas unrund und zickig. Lass einfach den Rhythmus auf dich einströmen und klopfe so locker wie möglich. Achte darauf, dass die Achtelnoten genau "in time" geschlagen werden und gehe erst zur nächsten Übung, wenn das wirklich locker und ohne Anstrengung klappt
  • ich hebe auf dem Video meine Hände bei der Betonung der Textsilben relativ stark an. Das dient nur zur Demonstration des Prinzips. Versuche die Hände ganz gleichmäßig zu bewegen und die Betonungen nur durch einen leicht stärkeren Impuls der jeweiligen Hand zu spüren. Je höher du deine Hände hebst, desto "unrunder" wird der Rhythmus
Wenn dir das Prinzip der Übung klar geworden ist, kannst du das mit jedem Song machen. Manche Songs sind natürlich besser, andere schlechter geeignet, aber grundsätzlich geht es mit jedem Song. Bei langsameren Stücken bietet es sich an die 16-tel Noten zu schlagen, weil man mit den 8-tel Noten unter Umständen nicht alle Textsilben erwischt. Und bei Swingstücken solltest du unbedingt die 8-tel-Triolen schlagen. Aber du wirst schnell herausfinden, welcher Rhythmus für welchen Song der richtige ist. „Satisfaction“ ist meines Erachtens am Anfang deshalb gut geeignet, weil die Betonungen der Textsilben sich abwechselnd auf beide Hände verteilen. Aber das wirst du jetzt gleich selbst merken. 

So, genug Theorie. Jetzt starte das Video und folge einfach den Anweisungen. Und denke daran erst dann zur nächsten Übung zu gehen, wenn du sicher genug bist. 


Viel Spaß beim Üben !


video

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Übungs-Tipps

Die Fertigkeit auf deinem Musikinstrument steht in direktem Zusammenhang mit dem Übungsaufwand den du betreibst. Da unterscheidet sich die Musik nicht vom Sport. Je mehr du trainierst, desto besser wirst du. Neben dem rein zeitlichen Aspekt spielt natürlich auch noch die Effektivität beim Üben eine wichtige Rolle. Da du vermutlich kein Berufsmusiker bist (sonst würdest du das hier nicht lesen) und auch noch anderen Tätigkeiten nachgehst, musst du die Zeit, die dir zum Üben bleibt, möglichst effektiv nutzen. Die Methode, ohne zu üben super Klavier spielen zu können, suche ich schon seit 40 Jahren. Trotz intensiver Recherchen auch bei erstklassigen Musikern habe ich sie bisher nicht gefunden. Aber ich habe im Laufe der Zeit immer wieder Tipps bekommen die einen in kleinen Schritten weiterbringen und die ich hier in diesem Blog aufschreiben möchte.

Übungsdauer


Die Ausrede "Ich hatte keine Zeit zum Üben" ist Quatsch. Zeit hast du immer, die Frage ist nur wie viel? 

Schon 10 Minuten am Tag bringen dich in kleinen Schritten weiter. Es gibt einfache Übungen, die in 10 Minuten abgearbeitet sind. Und erzähl' mir nicht, du hast keine 10 Minuten. Falls du wirklich so beschäftigt bist, solltest du deine Zeit nicht mit dem Lesen meines Blogs vergeuden. 

  • Passe die Übungen an die dir zur Verfügung stehende Zeit an. Wenn du nur 10 Minuten hast, beginne kein schwieriges neues Stück. Entscheide dich ggf. dafür, zuerst mal nur die ersten 8 Takte des Stückes anzugehen. 
  • Such dir einen Akkord-, einen Voicing- oder einen Tonleitertyp aus, also z.B. den maj7 Akkord oder die dorische Molltonleiter. Mische die Tonart-Kärtchen und lege sie aus. Spiele den Akkord- oder Tonleitertyp in der Reihenfolge, in der die Karten liegen, zuerst Akkordvariante 1 (mit der Terz beginnend), danach Akkordvariante 2 (mit der Septime beginnend). Ich habe es eben ausprobiert. Für den maj7-Akkord in beiden Varianten durch alle Tonarten habe ich 4 Minuten gebraucht, inclusive Karten mischen und auslegen.
  • Nimm eine II-V-I-Verbindung und spiele sie in allen Tonarten durch. Wenn du ein sportlicher Typ bist, kannst du die für die Übung benötigte Zeit stoppen und beim nächsten Mal feststellen, ob du schneller, d.h. sicherer geworden bist. 

Es gibt eine ganze Menge, was man gut in 10 Minuten üben kann. Wenn du ein wenig darüber nachdenkst, fallen dir bestimmt noch einige Übungen ein. Und du wirst ja irgendwann auch einmal mehr Zeit haben. Aber auf die 10 Minuten solltest du auf keinen Fall verzichten. Es ist bekannt, dass sich etwas durch häufiges Wiederholen kleiner Übungseinheiten besser einprägt, als durch einen einmaligen Gewaltakt. 

Wie schon der alte Lateiner sagt:
"Repetitio est mater studiorum" (Die Wiederholung ist die Mutter des Lernens) 


Viel Spaß beim Üben !


Mittwoch, 10. Oktober 2012

Akkordverbindungen


II - V - I -Verbindungen in Dur

Über die Tonleitern sind wir zu den einzelnen Akkordstufen (Stufenakkorden) gekommen. Drei dieser Akkorde bilden eine im Jazz häufig anzutreffende Akkordverbindung, die sog. II-V-I-Verbindung. Diese Verbindung gibt es sowohl in Dur als auch in Moll. Ich beginne mal mit Dur:

Der Akkord auf der II. Stufe der Durtonleiter ist ein Mollsept-Akkord, auf der V. Stufe ein Dominantsept-Akkord und auf der I. Stufe ein Major-Akkord, also das tonale Zentrum des Stückes oder zumindest einer Phrase.

Schau dir zuerst einmal nur die Funktionstöne des Akkords an, also den Grundton, die Terz und die Septime. Mit der rechten Hand kannst du das Voicing in zwei Varianten spielen, nämlich einmal mit der Terz als unterem Ton (Variante 1) und einmal mit der Septime als unterem Ton (Variante 2). Welche Variante du wählst, hängt davon ab, welche Klangcharakteristik du für das jeweilige Musikstück bevorzugst (hellerer oder dunklerer Klang) und in welcher Tonart das Stück steht (Lage auf der Tastatur).
Nachdem du dich beim Moll-Septakkord für eine Variante entschieden hast, ergeben sich die nächsten beiden Akkorde automatisch, wenn du der Regel folgst, so wenig Finger wie möglich zu bewegen (Jazzmusiker sind i.d.R. eher bequeme Typen).

Im folgenden Beispiel beginne mit Variante 1 des Moll-Septakkords. Um eine gut klingende Lage auf dem Klavier zu bekommen, spiele die II-V-I-Verbindung nach G-Dur.
  

In der rechten Hand bewegt sich die Septe des Mollakkords um einen halben Ton nach unten und wird zur Terz des folgenden Dominantsept-Akkords. Die Terz des Mollakkords bleibt auf ihrer Position und wird zur Septe des Dominantsept-Akkords.
Beim nächsten Akkordwechsel bleibt die Terz des Dominantsept-Akkord auf ihrer Position und wird zur Septe des Major-Akkords. Die Septe des Dominantsept-Akkords geht um einen halben Ton nach unten und wird zur Terz des Major-Akkords.

Bei der Variante 2 ist es genau umgekehrt. Die Terz wird zur Septe und dann wieder zur Terz. Die Septe des Mollakkords wird zur Terz des Dominantsept-Akkords und dann wieder zur Septe des Major-Akkords.


Um vierstimmige Voicings zu erhalten, kommen in beiden Fällen die Quinte und die None hinzu. Bei den Akkordwechseln bewegt sich die Quinte immer analog der Terz und die None analog der Septime.



Diese Akkorde kannst du nun auf das Playalong von "Fly me to the moon" anwenden, entweder als vierstimmiges Voicing mit Basston oder als Two-Hand-Voicing abwechselnd mit Terz und Septime zusätzlich zum Basston in der linken Hand oder als vierstimmiges Left-Hand-Voicing. 
Lerne die Akkordverbindungen in jeder Tonart und in beiden Varianten auswendig, dann bist du für die meisten Jazz-Standards bestens gerüstet.

Viel Spaß beim Üben !

Samstag, 6. Oktober 2012

Tonleitern


Stufenakkorde

Heute möchte ich kurz das Thema Tonleitern und Stufenakkorde behandeln. Wer tiefer in diese Thematik einsteigen möchte, findet darüber in jedem Buch über Harmonielehre ein ausführliches Kapitel.

Aus den Stufen der Dur-Tonleiter leitet sich eine der im Jazz am häufigsten gebrauchten Akkordverbindungen ab, die sog. II-V-I Verbindung. Weiterhin ergibt sich aus den Stufenakkorden auch der bisher noch nicht besprochene, fehlende Akkord, den du noch für „Fly me to the moon“ brauchst, nämlich der Moll 7b5-Akkord, ein Moll-Sept Akkord mit verminderter Quinte.

Ich nehme als Beispiel wieder die C-Dur Tonleiter. Der Cmaj7/9-Akkord (fünfstimmiger Akkord) hat sich aus der Dur-Tonleiter ergeben, indem du jeden zweiten Ton weggelassen hast. Man kann auch sagen, dass man mit dem Ton C beginnend lauter Terzen übereinander schichtet, bis man schließlich wieder beim C (zwei Oktaven höher) ankommt.

Das gleiche Prinzip kannst du nun auf jeden Ton der Tonleiter anwenden, also du beginnst mit der Terzschichtung nicht beim C, sondern bei jedem beliebigen anderen Ton der Tonleiter und setzt unter Verwendung der leitereigenen Töne Terzen darüber. Dadurch ergeben sich insgesamt 7 Akkorde, die sog. Stufenakkorde; Stufenakkorde deshalb, weil sie auf den verschiedenen Stufen der Grundtonleiter (Tonika) aufbauen. Alle diese Stufenakkorde bestehen aus dem gleichen Tonmaterial wie die Grundtonleiter, in unserem Fall den Tönen von C-Dur.



Die Stufenakkorde werden mit lateinischen Zahlen (I bis VII) bezeichnet. Die Töne innerhalb jeder Tonleiter bzw. jedem Akkord bezeichnet man mit arabischen Zahlen (Tonstufen 1 bis 13).
Aus der klassischen Harmonielehre haben die Tonleitern auf den einzelnen Stufen griechische Bezeichnungen, die auch im Jazz gebräuchlich sind.


Wie du siehst, ergeben sich im tonalen Raum einer Durtonleiter also:

2 Major-Akkorde                             Stufe I    = Cmaj7,  Stufe IV = Fmaj7
3 Moll-Sept Akkorde                        Stufe II   = D-7,       Stufe III = E-7,      Stufe VI  =  A-7           
1 Dominant-Sept Akkord                  Stufe V   = G7
1 halbverminderter Akkord              Stufe VII = B-7b5

Für dich neu ist lediglich der halbverminderte Akkord. Dieser wird mit -7b5 oder auch mit einer hochgestellten durchgestrichenen Null (ø) bezeichnet.

Wenn du, wie im Jazz üblich, für die Voicings immer die None dazu nimmst, wirst du feststellen, dass zwei der Akkorde etwas ungewohnt klingen. Das ist zum einen der bereits erwähnte, halbverminderte Akkord auf der VII-Stufe und zum anderen der Moll-Sept Akkord auf der III-Stufe. Das liegt daran, dass bei diesen Akkorden die None nur einen halben Ton über dem Grundton (8) liegt. Aus diesem Grund wird bei diesen Akkorden in den meisten Fällen die None weggelassen und stattdessen ggf. der Grundton verdoppelt.

Nachfolgend findest du die Stufenakkorde in C-Dur in den beiden Umkehrungen, einmal beginnend mit der Terz und einmal beginnend mit der Septime. Übe diese Akkorde in jeder Tonart, am besten mit den Tonart-Karten.


Jetzt hast du alle Akkorde, die du für das Playalong brauchst. Porbier‘ es einfach mal mit den vierstimmigen Voicings aus. Du wirst merken dass es schon ganz jazzig klingt.

Zum Schluss noch eine kleine Denkaufgabe zu den Tonleitern:
Zu welcher Grundtonleiter (Tonika) gehört die Tonleiter A-phrygisch ?

Lösung: Die phrygische Tonleiter beginnt auf der III-Stufe der Tonika. Da es sich um eine Dur-Tonleiter handelt, liegt die III-Stufe zwei Ganztöne über der Tonika: Also ist die zugehörige Tonika zu A-phrygisch "F" = F-Dur (Vorzeichen ein b). Die Töne der Skala A-phrygisch sind demnach:

                                           A        Bb      C       D       E       F       G       
Hättest du's gewusst?

Ach so, fast hätte ich es vergessen: Wenn du zum Playalong spielst, wähle die Akkorde so, dass du möglichst wenig Finger bewegen musst. Also nicht auf der Tastatur hin und her springen, sondern die Akkordumkehrung wählen, die dem vorausgegangenen Akkord am nächsten liegt. Aber mehr dazu beim nächsten Mal.

Viel Spaß beim Üben !

Freitag, 5. Oktober 2012

Voicings


Quinte und None

So, ich vermute, du kannst jetzt das Stück schon mit den rein funktionalen, dreistimmigen Akkorden (oder auch zweistimmigen Voicings plus Grundton) sicher begleiten. Um den Klang nun etwas interessanter zu gestalten, schauen wir uns mal an, welche Töne du noch dazu nehmen kannst.

Ich wähle für die folgenden Erklärungen der Einfachheit halber einmal die Tonart ohne Vorzeichen, also C-Dur, das passt auch gut zu dem Titel „Fly me to the moon“. Aber das Prinzip gilt natürlich für alle Tonarten. Die musst du dir dann nacheinander Schritt für Schritt selbst erarbeiten und einüben.

Im folgenden Bild siehst du die C-Dur-Tonleiter über 2 Oktaven. Die Zahlen bezeichnen die Töne der Tonleiter in aufsteigender Reihenfolge.

Lässt man nun jeden zweiten Ton der Tonleiter weg ergeben sich die Akkordtöne.







Da alle diese Töne „leitereigene Töne“sind (d.h. sie gehören zur C-Dur Tonleiter), können sie prinzipiell für einen C-Dur Akkord verwendet werden. Um aber nicht mehrere Schritte auf einmal zu machen, beginne zuerst einmal damit, die zwei nächsten Töne zu den bisherigen dazu zu nehmen. Das sind die Quinte und die None, also in C-Dur das G und das D.
Deine möglichen Töne für einen Akkord oder ein Voicing sehen also folgendermaßen aus:


Diese kannst du nun auf verschiedene Arten spielen. Ich verwende als Schreibweise die den Stufen der Tonleiter entsprechenden Ziffern. Egal welches Voicing du spielst, es passt immer zu einen Cmaj7/9-Akkord.


              linke Hand      rechte Hand
                    1                3, 5, 7, 9
                    1                7, 9, 3, 5






                  1, 7                3, 5, 9
                  1, 3                7, 9, 5






                   3, 7               9, 5
                   7, 3               5, 9


Die Voicings aus der ersten Zeile kannst du auch als sog. Left-Hand Voicings zum Spielen in einer Combo verwenden, d.h. du spielst den vierstimmigen Akkord ohne den Basston mit der linken Hand und hast die rechte Hand für Melodie oder Improvisation frei. Du musst aber nicht immer alle vier Töne spielen. Es kommt darauf an, wie du den Klang haben möchtest. Im Zusammenspiel mit einer Gitarre kann ein vierstimmiges Voicing leicht zu dicht klingen. Oft reichen da auch drei oder auch nur zwei Töne schon aus.
  • Üblicherweise ist bei den One-Hand Voicings entweder die Terz oder die Septime der tiefste Ton, je nach Lage auf der Tastatur. Quinte oder None als tiefster Ton sind eher unüblich. 
  • Die beiden Voicings in der Mitte werden auch als sog. "drop-two-Voicings" bezeichnet. Hier wird der zweithöchste Ton des vierstimmigen One-Hand Voicings nach unten in die linke Hand "gedropt".
Die Dominant–Sept Voicings ergeben sich einfach dadurch, dass du die Septime um einen halben Ton erniedrigst. Und bei den Moll-Sept Voicings musst du sowohl die Septime als auch die Terz einen halben Ton tiefer spielen. Probier‘ es einfach mal aus.

Viel Spaß beim Üben !

Akkord oder Voicing


Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Akkord und einem Voicing?

Ein Akkord besteht aus mindestens 3 Tönen und ist durch den Grundton (Basston) definiert.
Ein Voicing besteht aus mindesten 2 Tönen und braucht nicht unbedingt einen Grundton.


Hier mal ein Beispiel:

Spiele mit der rechten Hand das folgende dreistimmige Voicing:  

Welcher Akkord ist das ? 

Das ist nicht eindeutig zu sagen, es kommt ganz darauf an, welchen Grundton du dazu spielst. Du hast folgende Möglichkeiten:


Man kann also sagen, dass ein Voicing zusammen mit einem Grundton einen Akkord bildet. In diesem Fall könnte man das erste Voicing bereits als einen G6-Akkord bezeichnen, da G der tiefste Ton ist. Aber richtig klar wird die Akkordfunktion erst, wenn der Grundton eine Oktave tiefer dazu gespielt wird.
So gesehen hast du ganz am Anfang zweistimmige Voicings (Terz und Septime) mit einem Grundton gespielt, woraus sich dann der Akkord ergibt.

Probier' einfach mal verschiedene Voicings mit unterschiedlichen Grundtönen aus, bestimmt entdeckst du einige interessante Klangfarben.

Viel Spaß beim Üben !


Mittwoch, 3. Oktober 2012

Playalong

Übung zum Playalong

Wenn du die dreistimmigen Akkorde nun in beiden Umkehrungen sicher spielen kannst, gibt es gleich die erste Übung dazu. Ich habe dafür das Stück „Fly me to the moon“ ausgesucht, einen sehr bekannten Jazz-Standard. Die Akkorde findest du in dem unten eingefügten Leadsheet. In einem Leadsheet findet man normalerweise nur die Melodie und die Akkorde und manchmal auch den Text, aber ich habe mal ausnahmsweise für den Anfang die Akkorde noch ausnotiert und im Teil B auch z.T. die Akkordumkehrungen verwendet.
Dass in dem Leadsheet schon recht komplexe Akkordsymbole aufgeschrieben sind, soll dich erst mal nicht stören. Du spielst schön die Terzen und Septimen zum Grundton. Das passt immer – die Optionstöne kommen dann irgendwann dazu. Auf die Akkorde, die nicht den 4 Grundtypen aus der ersten Lektion entsprechen, komme ich später noch zu sprechen. Zuerst werden immer die Terz und die Septime gespielt.


Damit das Ganze nicht so trocken klingt, gibt es unter der Rubrik Playalongs eine .mp3- Datei zum Herunterladen, auf der eine Bass- und Schlagzeugbegleitung drauf sind.

Nun hast du mehrere Möglichkeiten, das Stück zu üben:
  • alleine ohne Begleitung nach den Noten
  • alleine ohne Begleitung nur nach den Akkordsymbolen
  • mit Begleitung , wie in den Noten immer eine ganze Note auf die Zählzeit 1
  • mit Begleitung, wobei du versuchst, mit den Akkorden rhythmische Akzente zu setzen. Lass dich dazu einfach von der „Band“ inspirieren.
  • mit Begleitung, wobei nun die Akkorde ohne den Basston (also nur Terz und Septime) mit der linken Hand gegriffen werden. Der Bass ist ja schon da und muss nicht noch einmal mitgespielt werden. Jetzt hast du die rechte Hand frei, um entweder die Melodie oder eine Improvisation zu spielen. Einfach mal ausprobieren, es kann nichts passieren

Wenn du so etwas noch nie gemacht hast, ist das am Anfang ungewohnt und schwierig, aber mit jedem Üben wird es leichter. Irgendwann wirst du die Akkorde auswendig können und dann beginnt es richtig zu swingen.

Viel Spaß beim Üben !

Dienstag, 2. Oktober 2012

Übungs-Tipps

Tonart-Karten

Von verschiedenen Musikern habe ich immer wieder Tipps bekommen, wie man die wenige Zeit, die zum Üben übrig bleibt, optimal nutzen kann. Eine wirklich gute Sache sind die Tonart-Karten. Schneide dir zwölf Kärtchen aus Karton aus und schreib darauf die zwölf Tonarten. Dann mische  die Karten und lege sie aus.

Nun such dir eine Übung aus, zum Beispiel einen bestimmten Akkordtyp, eine Tonleiter oder eine Akkordverbindung und übe das in allen Tonarten in der Reihenfolge, in der die Kärtchen liegen; am besten mit Metronom, anfangs in einem sehr langsamen Tempo.

Mit dieser Methode lernst du, auch auf ungewohnte Akkordverbindungen sehr schnell zu reagieren und du bekommst mit der Zeit eine große Sicherheit bei Akkordwechseln.


Viel Spaß beim Üben !


Akkordfunktionen

Einfache dreistimmige Akkorde:

Akkorde haben grundsätzlich zwei Aufgaben in einem Musikstück. Zum einen übernehmen sie eine Funktion, d.h. sie legen fest ob es sich z.B. um Dur oder Moll handelt oder ob es ein Grundakkord (Tonika) oder ein Dominant-Sept-Akkord ist.
Zur Erfüllung dieser Funktion sind nur wenige Töne notwendig, die sog. Funktionstöne (guide tones). Diese Töne sind:
  •          Grundton
  •          Terz
  •          Septime
Zum anderen bestimmen sie als Voicings den Klang eines Musikstückes. Unterschiedliche Voicings ergeben sich durch Hinzufügen von weiteren Akkordtönen, den sog. Optionstönen. Diese bestimmen die Klangfarbe des Akkords und machen den Sound interessanter. 
Zur Erfüllung der Akkordfunktion innerhalb eines Stückes sind sie jedoch nicht erforderlich.

Ich beginne mit ganz einfachen, dreistimmigen Akkorden.
Hierbei wird der Grundton mit der linken Hand, die Terz und die Septime mit der rechten Hand gespielt.

Sowohl bei der Terz als auch bei der Septime hat man zwei Möglichkeiten:
  • kleine Terz   =  Mollakkord
  • große Terz   =  Durakkord
  • kleine Septime = Septakkord
  • große Septime = Major-Akkord


Kombiniert man nun jeweils die beiden Möglichkeiten, ergeben sich schon 4 Akkordtypen:
  • kleine Terz und kleine Septime   =  Moll-Sept-Akkord  (Schreibweise  -7)
  • kleine Terz und große Septime   =  Moll-Major-Akkord  (Schreibweise  -^7,  -maj7)
  • große Terz und kleine Septime   =  Sept-Akkord   (Schreibweise   7)
  • große Terz und große Septime   =  Major-Sept-Akkord  (Schreibweise  ^7,   maj7)

Abhängig von der Lage des Akkords auf der Tastatur und vom gewünschten Klang kann entweder die Terz als unterer und die Septime als oberer Ton oder die Septime als unterer und die Terz als oberer Ton gespielt werden (Umkehrung). Das folgende Bild zeigt die beschriebenen Akkordfunktionen mit „F“ als Grundton.










Der Moll-Major-Sept Akkord klingt in dieser Form nicht wirklich schön, da müssen dann später noch ein paar Optionstöne dazu :-)

Diese Übung muss in jeder Tonart sicher beherrscht werden. Mach' dir immer klar, welcher Ton die Terz und welcher Ton die Septime ist.


Viel Spaß beim Üben !