Freitag, 15. März 2013

Autumn Leaves

Hallo! Schön, dass du wieder mal reinschaust. Na, wie klappt’s mit den Voicings? Hast du dir schon verschiedene Griffbilder eingeprägt?


Heute werde ich dir mal wieder einen Song vorstellen, an dem du das bisher Gelernte ausprobieren kannst. Das Stück kennst du bestimmt, es ist „Autumn Leaves“, ein sehr bekannter Jazz-Standard. Ich habe hierzu wieder ein „Playalong“ vorbereitet, wie immer in drei Varianten. Die Komplettversion kannst du dir hier auf dieser Seite direkt anhören. Eine Version ohne Piano zum Mitspielen sowie eine Version nur mit Bass und Drums kannst du unter der Rubrik „Playalongs“ downloaden. 
An diesem Stück möchte ich beispielhaft demonstrieren, wie du dir einen neuen Song erarbeiten kannst. Normalerweise stehen in einem Leadsheet nur die Akkordbezeichnungen und die Melodie aber ich habe einmal verschiedene Leadsheets mit Noten erstellt. Unter den Noten steht jeweils die Bezeichnung des Voicings nach dem System, wie ich es im vorletzten Post beschrieben habe. So kannst du sehr einfach sehen, welche Voicings ich für das Stück verwendet habe. Die Leadsheets kannst du unter der Rubrik "Downloads" herunterladen und ausdrucken.

Nun zu dem Stück:   
Die Form wird insgesamt viermal komplett durchgespielt. Ich beginne mit der Melodie, gespielt auf dem Tenorsax, dazu ganz sparsam zweistimmige Voicings mit der linken Hand.



Im zweiten Durchgang kommt eine Improvisation auf dem Saxofon, dazu spiele ich vierstimmige Two-hand-Voicings als Begleitung.




Danach kommt ein Piano-Solo, begleitet mit vierstimmigen Left-hand-Voicings





Im A-Teil besteht das Solo aus Single-Notes, im B-Teil verwende ich sogenannte Block-Chords. Block-Chords ergeben einen vollen, jazzigen Sound und können sowohl zur Begleitung als auch zum Solospiel eingesetzt werden. Hierzu greifst du in der linken Hand die bereits bekannten drei- oder vierstimmigen Voicings wie auch im A-Teil, in der rechten Hand spielst du Oktaven mit einer Quinte oder einer Quarte dazwischen (ausprobieren, was an welcher Stelle besser klingt). Die Bezeichnung „Block-Chord“ kommt daher, dass beide Hände rhythmisch synchron spielen, also sozusagen „en block“ . Klingt etwas verwirrend, darum habe ich hier mal den Anfang des B-Teil-Solos notiert.




Probier‘ es einmal aus. Du wirst merken, dass die Block-Chords relativ einfach zu spielen sind aber wirklich gut klingen. 
Eine Bemerkung noch zu den vierstimmigen Left-hand-Voicings: Das Voicing, welches ich in dem Stück für D7 gewählt habe, wirst du auf den Blättern mit der Zusammenstellung der Voicings nicht finden, weil ich es einfach vergessen habe. Ich spiele hier ein D7b9, du kannst es ja auf dem Blatt mit den Dominantsept-Voicings ergänzen wenn du möchtest. 

Im vierten und letzten Durchgang spiele ich wieder die Melodie mit dem Sax und als Begleitung habe ich fünfstimmige Two-hand-Voicings gewählt. 




Durch die Steigerung der Komplexität der Voicings steigert sich das Stück musikalisch vom Anfang bis zum Schluss.  

So, ich bin schon wieder am Ende für heute. Ich hoffe, dir gefällt das Stück. Übe am besten am Anfang zu dem Playalong nur mit Bass und Drums bis du jede Akkordvariante sicher  beherrschst. Präge dir die Griffbilder ein und versuche es möglichst auswendig zu spielen. Wenn das alles klappt, suche dir ein anderes Stück aus und erarbeite dir die Voicings nach dem gleichen Schema. Natürlich kannst du auch damit beginnen, dass du dir zu diesem Stück andere Voicings aussuchst. Probiere einfach aus, was dir am besten gefällt. Nach einiger Zeit wirst du dir die Noten nicht mehr aufschreiben müssen und hast einen Fundus von unterschiedlichen Voicings, mit denen du eine abwechslungsreiche und interessante Begleitung gestalten kannst.

Viel Spaß beim Üben !



Samstag, 2. März 2013

Noch mehr Voicings

Hallo ! 

Wie versprochen, heute die Voicings zu den noch fehlenden Akkordtypen. Wie üblich kannst du die einzelnen Seiten unter „Downloads“ herunterladen und ausdrucken. Auf allen Seiten gibt es noch genug freien Platz. Wenn dir beim Durchprobieren noch eigene, schöne Voicings einfallen, schreib sie einfach dazu.


"erweiterte"-Voicings
"sus4"-Voicings

"Moll7b5"-Voicings
"verminderte"-Voicings"




Mit diesen Seiten und den Seiten aus dem vorangegangenen Blog-Eintrag hast du nun schon eine große Auswahl an gut klingenden Voicings. Suche dir ein Stück aus, das du gerne begleiten möchtest und schreibe dir die Akkorde dazu auf. Nimm den ersten Akkord und suche dir aus der Liste ein Voicing aus, das dir gut gefällt. Transponiere das Voicing in die entsprechende Tonart und schreibe es unter das Akkordsymbol. Das hilft dir am Anfang dabei die Voicings zu finden, die vom Griffbild gut zusammen passen und es fällt dir auch leichter, dich an die Voicings zu erinnern. Mache das mit jedem Akkord in dem Leadsheet, dann bekommst du schnell und einfach eine "amtliche" Begleitung zu dem entsprechenden Stück.

Nachfolgend nun noch ein paar allgemeine Anmerkungen zu Jazz-Voicings und zu der entsprechenden Schreibweise. Bei den meisten Stücken sind die Akkordsymbole sehr einfach notiert, oft nur der Grundakkord (Gmaj7, G7, G-7,). Das lässt dir die größtmögliche Freiheit, deine Voicings interessant zu gestalten. Je genauer der Akkord durch zusätzliche Bezeichnungen festgelegt ist, desto weniger Möglichkeiten der harmonischen Gestaltung hast du als Interpret. Grundsätzlich darfst du, auch wenn es nicht explizit im Akkordsymbol notiert ist, immer die passenden Optionstöne dazu spielen. 
  • die Akkordsymbole werden so einfach wie möglich geschrieben. 
  • Optionstöne werden nur dann notiert, wenn der Komponist oder Arrangeur möchte, dass sie an einer bestimmten Stelle ausdrücklich gespielt werden müssen. Sind keine Optionstöne notiert, dürfen sie trotzdem im Voicing verwendet werden. 
  • bei alterierten Optionstönen (b9, #9, #11, b13) ist darauf zu achten, dass sich keine Dissonanzen zur Melodie ergeben. 
  • bei einem Majorsept-Akkord können immer die None (9) und die Tredezime (13) verwendet werden. 
  • bei einem Dursext-Akkord können immer die None (9) und die Tredezime (13) verwendet werden, die große Septime darf nicht verwendet werden. 
  • bei einem Dominantsept-Akkord können immer die None (9) und die Tredezime (13) verwendet werden, wahlweise auch die Alterationen dieser Optionstöne. 
  • soll die erhöhte Undezime (#11) verwendet werden, wird sie normalerweise immer notiert. Bei Dominantsept-Voicing kann sie auch als interessante Klangvariante optional eingesetzt werden. 
  • bei einem Mollsept-Voicing können immer die None (9) und die Undezime (11) verwendet werden, die Tredezime (13) darf nicht verwendet werden. 
Verwende die beschriebene Vorgehensweise für die ersten Stücke, die du dir erarbeitest. Du wirst schon bald merken, dass du bei der Voicingauswahl schneller und sicherer wirst und nach einer gewissen Zeit wirst du die Noten nicht mehr brauchen. Und nicht vergessen: 

"Repetitio est mater studiorum" 


Viel Spaß beim Üben !