Montag, 3. März 2014

Quart-Voicings

Hallo lieber Blog Leser,

es ist schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal etwas in mein Blog geschrieben habe. Verschiedene Umstände haben mich veranlasst, eine Auszeit zu nehmen. Ich hoffe, du hast die Zeit gut genutzt, um mit deiner „Akkordarbeit“ und deiner Improvisation weiter zu kommen.

Der letzte Song, den ich eingestellt habe, war „Autumn Leaves“. Bei diesem Stück habe ich für die fünfstimmigen Voicings schon einige der Akkorde verwendet, um die es heute geht, nämlich Quart-Voicings. Ich nenne diese Voicings so, weil in der rechten Hand immer zwei Quarten übereinander gelegt werden.
Diese Voicings sind aufgrund des einfachen Griffmusters relativ leicht zu lernen und klingen richtig schön jazzig. Das Besondere an diesen Voicings ist, dass die rechte Hand immer die gleichen Töne spielt, egal ob es sich um einen Mollsept-, Dominantsept- oder Tonikaakkord handelt. Das Tongeschlecht sowie die Wahl zwischen Tonika oder Dominante werden ausschließlich durch die linke Hand bestimmt. Dies wird dadurch erreicht, dass rechts keine Terz und keine Septime (also keine Funktionstöne) gegriffen werden. Dadurch klingen diese Voicings sehr „offen“ und eignen sich in einer Combo sowohl als Begleitung nur mit Bass und Piano als auch im Zusammenspiel mit einer Gitarre.

Geübt werden die Voicings in II-V-I Verbindungen durch alle Tonarten. Der Basston wurde bewusst weggelassen, dieser wird in dem Playalong durch den Kontrabass gespielt. Die Voicings übst du am Besten in den beiden notierten Umkehrungen, jeweils mit Terz und Septime in der linken Hand. Bei Voicing Nr. 1 beginnst du mit der rechten Hand jeweils mit dem Grundton als höchsten Ton des Mollseptakkords, bei Voicing Nr. 2 liegt der Grundton in der Mitte des Mollsept-Dreiklangs. Bei diesem Voicing habe ich die Sexte statt der großen Septime gewählt. Du kannst aber auch ebenso die Septime verwenden.


Die Übung ist so angelegt, dass sie in Ganztonschritten abwärts moduliert. Versuche im Laufe der Zeit, die Übung auswendig zu spielen. Notiert sind immer nur halbe und ganze Noten, aber du solltest versuchen, die Begleitung möglichst interessant und „swingig“ zu phrasieren. Einige Beispiele dazu habe ich in der Demo mit Piano vorgegeben, aber du bekommst es mit Sicherheit noch deutlich besser hin.

Beim Anhören der Demo wirst du ab und zu merken, dass ich mit der rechten Hand das Voicing abweichend zu den Noten um einen Halbton moduliere: 
  • Bei Variante 1 kannst du entweder für den Mollsept-Akkord und den Dominantsept-Akkord mit der rechten Hand die gleichen Töne spielen (wie notiert), oder du verschiebst beim Dominantsept-Akkord alle Töne der rechten Hand um einen Halbton nach unten. Dabei ergibt sich automatisch die Tritonus-Substitution des Dominantsept-Akkords. Eine weitere Verschiebung um einen Halbton nach unten führt dich dann zum Quart-Voicing der Tonika.
  • Bei Variante 2 kannst du im Prinzip mit der rechten Hand die gleichen Töne zu allen drei Akkorden spielen, es ändert sich nur die linke Hand. Aber auch hier kannst du es interessanter klingen lassen, indem du die Töne der rechten Hand beim Dominantsept-Akkord um einen Halbton nach oben modulierst. Es ergibt sich dadurch ebenfalls die Tritonus-Substitution der Dominante. Bei der Tonika gehst du dann wieder auf die Ausgangsstellung zurück.
Probier‘ es einfach mal aus, du wirst merken, es ist gar nicht so schwer, jazzig zu klingen. Die heutige Übung umfasst die II-V-I Verbindungen in Dur für alle Tonarten. Wichtig ist, dass du in der linken Hand sicher die Terz und die Septime (Sexte) beherrschst, weil dadurch die Funktion des Akkordes bestimmt wird. Wenn du am Anfang noch etwas unsicher bist, übe zuerst jede Hand alleine.

Hier ist mein Demo zum Anhören mit Piano, die Version nur mit Bass und Schlagzeug zum Mitspielen findest du wie immer unter Playalongs, die Noten zum Ausdrucken unter Downloads.



Beim nächsten Mal gibt’s dann die II-V-I Verbindungen in Moll. Bis dahin
viel Spaß beim Üben !



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